Dioxin Datenbank und Wiki

Das Umweltbundesamt (BMA) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobwertung (BfR) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Dioxindatenbank des Bundes und der Länder betrieben. Der WebService entstand in Kooperation mit den Projektpartnern Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz München (StMUGV) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Auf dieser Seite finden Sie viele Hintergrundinformationen zu Ergebnissen von Messprogrammen sowie zu aktuellen Informationen des Umweltbundesamtes zum Thema Dioxine.

Gefahr durch Dioxin-Vergiftung

Dioxin kann durch verschiedene Wege in den menschlichen Körper gelangen. Am Wahrscheinlichsten ist jedoch die Aufnahme von geringen Mengen Dioxin durch Lebensmitteln wie Eier, Fisch, Fleisch und verschiedene Milchprodukte. Es wurden auch Dioxinmengen in verschiedenen Meeresfrüchten festgestellt. Aber nicht nur über die Nahrung, sondern auch über die Haut oder durch die Atmung kann Dioxin in unseren Körper gelangen. Dort angelangt verteilt sich der Giftstoff über den Blutkreislauf in den Organen und lagert sich u.a. auch in der Leber und in Teilen des Fettgewebes ab. Eine besondere Gefahr besteht für Säuglinge, denn durch die besonders fetthaltige Muttermilch kann Dioxin besonders gut transportiert werden. Gerade dieser Punkt ist besonders kritisch, da Dioxin nachgewiesenermaßen zu Fehlgeburten führen kann. Aber auch Erwachsene sind nicht unerheblichen Risiken ausgesetzt: Sarkome (bösartige Tumore) und Leukämie können bei dauerhafter und langfristiger Aufnahme von Dioxin das Ergebnis sein. Schon geringe Mengen des Gifts könne auch zu kurzfristigen Folgen im menschlichen Körper führen. Typische Symptome einer Dioxin-Vergiftung sind beispielsweise Haarausfall, Gewichtsverlust oder auffällige Hautveränderungen. In diesem Fall sollte man unbedingt einen Arzt kontaktieren, um die Vergiftung schnellstmöglich behandeln zu lassen. Eine häufig angewandte Behandlung bei Dioxinvergiftung ist die Zuführung hochkonzentriertem Kortisons, aber auch schlichtes Fasten und die Nahrungsergänzung mit medizinischer Kohle kann den Körper wieder entgiften.

Aktuelles zum Thema Dioxin:

2015

28.02.2015 – Auch in kosmetischen Produkten entdeckt: speziell bei der Herstellung von Shampoos können minimale Rückstände des giftigen Dioxins in den Produkten enthalten sein. Wirklich ausschließen kann man dies nur bei zertifizierter Naturkosmetik, da hier auf chemische Zusätze bereits bei der Herstellung verzichtet wird. mehr >

2014

20.11.2014 – Dioxin-Prozess endet mit Geldbußen: Nach insgesamt 25 Verhandlungstagen ist am Donnerstag im bundesweit ersten Strafprozess zum Dioxin-Skandal ein Urteil gefallen. mehr >

22.10.2014 – Streit um Dioxin in Futtermitteln: Bauern haben nicht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung. Landwirte haben bei einem Dioxinverdacht im Tierfutter nicht automatisch Anspruch auf Schadensersatz. Der BGH hob jetzt eine frühere gerichtliche Entscheidung auf, gegen die sich Futtermittelhersteller gewehrt hatten. mehr >

27.06.2014 – Dioxin in Eiern: Betrieb in Cloppenburg gesperrt. Das Ausmaß der Belastung ist noch unbekannt. Fest steht aber: Die Behörden haben am Donnerstag einen Legehennenbetrieb im Landkreis Cloppenburg gesperrt, nachdem dort bei Kontrollen erhöhte Werte von Dioxin und Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Eiern festgestellt wurden. mehr >

2013

Bund und Länder

BMELV Entwurf einer Zweiten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift Im aktuellen Änderunsgentwurf des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Durchführung der amtlichen Überwachung lebensmittelrechtlicher Vorschriften wird u.a. das “Kontrollprogramm Futtermittel” in die AVV Rahmenüberwachung integriert.

12.03.2013 – Fachgespräch in NRW zur PCB-Problematik Im Rahmen eines Kompaktkurses fanden am 19. Februar in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Vorträge zum Thema PCB statt. Es wurden u.a. die gesundheitlichen Wirkungen der schwerflüchtigen organischen Verbindungen auf Kinder analysiert. Auf dem Webauftritt des Landesamtes werden die Präsentationen zum Download angeboten.

06.02.2013 – Dioxin in Leber von Ostseedorschen Im Rahmen von Untersuchungen im Auftrag des Landesamtes für Landwirtschaft Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V wurden in Lebern von Ostseedorschen Höchstwertüberschreitungen von Dioxinen, Furanen und PCB’s ermittelt. “Mit den Werten (…) wird die für den Menschen tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge bei einem einmaligen Verzehr von 200 g Dorschleber für etwa 48 Wochen voll ausgeschöpft.”

04.02.2013 – Publikation “Umweltschutz – Standbein der Lebensmittelsicherheit” “Die neue Broschüre des Bundesumweltministeriums informiert über die gesundheitsschädlichen Dioxine und polychlorierten Biphenyle (PCB) in der Umwelt und in Lebensmitteln, was getan wurde um deren Ausstoß in die Umwelt zu verringern, deren Vorkommen im Zuge der Lebensmittelproduktion zu vermeiden bzw. in der Nahrungskette zu begrenzen und was jeder Einzelne tun kann, um die individuelle Aufnahme an unerwünschten Stoffen über Lebensmittel weiter zu verringern.”

10.01.2013 – Dioxin Krisenzentrum in Niedersachsen Künftig wird ein Krisenzentrum im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover aktiv, sobald Dioxine in größeren Eiermengen gefunden werden oder Anzeichen für eine EHEC-Epidemie existieren. Durch das Zusammenspiel IT-gestützer Fachsysteme sollen verschiedene Behörden koordiniert werden. Im Zentrum der Bemühungen steht die Gesundheit der Verbraucher, beim Auftreten eines Ernstfalls soll mit Hilfe des neuen Krisenmanagements eine schnellere und effektivere Reaktion erzielt werden.

2012

08.11.2012 – Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2011 Bundesweiter Überwachungsplan 2011 – Gemeinsamer Bericht des Bundes und der Länder.

28.09.2012 – NRW: erneut Belastung von Eiern festgestellt Das Verbraucherschutzministerium NRW warnt vor belasteten Eiern aus Freilandhaltung. In einer Pressemittelung des Landes wird die Stempelnummer der betroffenen Produkte bekanntgegeben.

25.09.2012 – 4. Auswertung zu Dioxinen und PCB in Lebensmitteln des BVL Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz veröffentlicht eine aktualisierte Auswertung der Lebensmitteldaten der Dioxin-Datenbank. Neben einer Reihe statistischer Auswertungen werden auch auch Proben, die eine Höchstgehaltsüberschreitung aufweisen beziffert.

09.08.2012 – Sachsen-Anhalt veröffentlicht 2. Dioxinbericht Der vom Landesamt für Umweltschutz veröffentlichte Bericht informiert über die Konzentrationen von Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB) in der Umwelt und in Lebens- und Futtermitteln in Sachsen-Anhalt. Der erste Dioxinbericht wurde im Januar 1996 veröffentlicht.

Internationales

09.08.2012 – USA und Vietnam starten Beseitigung von Agent Orange Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Hanoi/Vietnam gibt den Projektstart zur Säuberung dioxinbelasteter Böden bekannt. In Zusammenarbeit mit dem vietnamesischen Verteidigungsministerium sollen im Laufe der nächsten Jahre Böden mit Hilfe thermischer Desorption sicher ‘entgiftet’ werden.

Bund und Länder

09.08.2012 – Aurich – Stempelnummern belasteter Eier aus Bodenhaltung Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucher-
schutz und Landesentwicklung informiert über den aktuellen Sachstand zu Ermittlungen im Rahmen von Dioxin-Höchstwertüberschreitungen im Landkreis Aurich. Auf dem niedersächsischen Portal wurde zudem die Stempelnummer der belasteten Eier veröffentlicht.

16.07.2012 – LANUV: Warnung vor Verzehr von Aalen Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat im Rahmen eines Messprogramms Belastungen mit Dioxinen und polychlorierten Biphenylen festgestellt und warnt ausdrücklich vor dem Verzehr selbstgefangener Wildaale. LANUV-Präsident Dr. Heinrich Bottermann: “Die Belastung der Umwelt mit PCB erfüllt mich mit tiefer Sorge. Obwohl der Stoff schon längst nicht mehr eingesetzt wird, ist er überall in der Umwelt vorhanden, weil er praktisch nicht abgebaut wird. Wir finden PCB deshalb auch in unseren Lebensmitteln wieder.”

Umweltprobenbank veröffentlicht Boden-Steckbrief: Auf der Internetpräsenz der Umweltprobenbank des Bundes steht momentan das Umweltmedium Boden im Fokus. Neben Probenahmestrategien und weiter-
führenden Informationen zum Thema werden gezielte Recherchen bestimmter Probenahmegebiete, Analyte und Matrizes angeboten. Die recherchierbare Datenbasis erstreckt sich über einen Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2006.

01.06.2012 – PCB-Eier aus Oldenburg: Ursache bekannt “Die Ursache für die Höchstwertüberschreitung mit nicht dioxinähnlichen PCB (ndl-PCB) in Eiern eines Betriebs aus dem Landkreis Oldenburg ist nunmehr ermittelt. Insbesondere in einem Asphalt-Material konnten hohe Gehalte an ndl-PCB und Dioxinen nachgewiesen werden. Das Material konnte von den Legehennen aufgenommen werden.

21.05.2012 – NRW: neue Stempelnummern belasteter Eier veröffentlicht Bei Eigenkontrollen festgestellte erhöhte Dioxin- und PCB-Werte führten aktuell zur Schließung eines Legehennenbetriebs im Kreis Borken. Das zuständige Verbraucherschutzministerium und das LANUV veröffentlichten in diesem Zusammenhang Eier-Stempelnummern, um betroffene Produkte stichhaltig identifizieren zu können.

18.04.2012 – Boden-Analyseergebnisse im Bereich des Geflügelbetriebs im Kreis Minden-Lübbecke Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht einen Bericht über Bodenuntersuchungen im Zusammenhang mit den festgestellten erhöhten dl-PCB-Werten in Hühnereiern. Bebprobt wurden Freilandhaltungsflächen, die Messergebnisse wurden anschließend mit unbelasteten Proben verglichen.

Anfang Mai war die Höchstwertüberschreitung in den Eiern dieses Betriebs bekannt geworden. Festgestellt wurden 80 Nanogramm ndl-PCB pro Gramm Eifett; zulässig sind lediglich 40 Nanogramm.”

17.04.2012 – Landwirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein plant verpflichtende Untersuchungen von Schlachtrindern aus bestimmten Gebieten Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bereitet für den Raum Schleswig-Holstein ein verpflichtendes Untersuchungsprogramm auf Dioxine und dioxinähnliche PCB aus 20 Schlachtbetrieben vor.

04.04.2012 – NRW veröffentlicht Stempelnummern belasteter Bio-Eier Untersuchungsergebnisse von Bio-Eiern eines Betriebes in NRW lagen zum Teil um das drei- bzw. sechsfache über dem erlaubten Höchstgehalt von dioxin-ähnlichem PCB (Polychlorierte Biphenyle). Für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht nun die Möglichkeit Produkte aus dem betroffenen Betrieb zu erkennen. Die Stempelnummer der betroffenen Eiern wurde auf der Homepage des Verbraucherschutzministeriums veröffentlicht.

08.03.2012 – MitÜbermitV – Berichte des BVL Im Rahmen der neuen Verordnung zu Mitteilungs- und Übermittlungspflichten (siehe Meldung vom 01.02.2012) und gemäß §44a des Lebensmittel- und Futtermittergesetzbuches (LFGB) veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Quartalsberichte über Untersuchungsaktivitäten zu Dioxinen und PCB. Über den nachfolgenden Link kann der Bericht für das Quartal 4/2011 eingesehen werden.

Forschungsprojekte

Bayrische Untersuchungsergebnisse zu Schadstoffen in Muttermilch Im Rahmen der Untersuchung wurde u.a. das Vorkommen von PCDD/F und dl-PCB in der Muttermilch anhand von Ergebnissen aktueller Messungen analysiert. Der Bericht des Gesundheitswesens bildet die aktuellste wissenschaftliche Veröffentlichung zur Frauenmilchbelastung. In einem Forschungsbericht aus dem Jahre 2005 untersuchte das Bundesinstitut für Risikobewertung im Auftrag des Umweltbundesamtes bereits Rückstände von Flammschutzmitteln in Frauenmilch.

01.02.12 – Neue Verordnung zu Mitteilungs- und Übermittlungspflichten Als ein Ergebnis des Dioxingeschehens in 2010/2011, mit der Folge erhöhter Gehalte an gesundheitsschädlichen Dioxinen in der Nahrungskette, besteht für Lebens- und Futtermittelunternehmer ab dem 01.05.2012 die Pflicht, Eigenkontrollen durchzuführen und die Untersuchungsergebnisse über Dioxin- und PCB-Belastungen in Lebensmitteln und Futtermitteln dem BVL zu melden. In einer Verordnung zu Mitteilungs- und Übermittlungspflichten zu gesundheitlich nicht erwünschten Stoffen (MitÜbermitV) des BMELV werden diese Vorgaben nun konkretisiert sowie Übergangsregelungen im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) abgelöst.

2011

16.11.11 – Zuckerrübenverunreinigung – Ursache bekannt Zur Anfang Oktober gemeldeten Dioxingehalte-Überschreitung in Futtermitteln aus der Zuckerrüben-Verarbeitung sind neue Details zu den Ursachen bekannt. So wurde eine Verschmutzung im Prozesswasser durch einen sogenannten Gaswäscher, der am Prozess beteiligte Gase von Schadstoffen befreit, als Belastungsquelle identifiziert.

07.11.11 – Eigenkontrolle in Zuckerherstellung zeigt Dioxinspuren “Ein Zuckerhersteller hat in Futtermitteln, die in einem seiner Werke in Nordrhein-Westfalen produziert wurden, durch Eigenkontrollen Überschreitungen des Dioxin-Höchstwertes festgestellt. Bei den verunreinigten Futtermitteln handelt es sich um kleingeschnittene Teile von Zuckerrüben, aus denen bereits der Zucker extrahiert wurde und die an Nutztiere verfüttert werden.”

06.10.11 – UBA-Leitfaden “Nachhaltige Chemikalien” veröffentlicht In der aktuellen Veröffentlichung des Umweltbundesamtes wird der nachhaltige Umgang mit Chemikalien beschrieben. Das Dokument addressiert die Produzentenseite “in einer systematischen Weise nachhaltige Chemie im Unternehmensalltag umzusetzen” und behandelt u.a. die Abfallphase von Stoffen. Bei Verbrennungsprozessen zu Entsorgungszwecken wird auf die Gefahr der Bildung von Dioxinen und Furanen hingewiesen.

Bund und Länder

Benchmark politischer Onlineaktivität zum Thema Dioxine Zur Dioxinthematik werden täglich Informationen (Zuwachsraten, prozentuale Aktivitätsveränderungen, Diskussionsthemen) dokumentiert. Die aggregierten Daten fliessen u.a. in Auswertungen zur Onlineaktivität politischer Gruppen und Landesverbände ein.

Pressemeldung

Dioxin-ähnlicher Botenstoff fördert Tumorwachstum In aktuellen Heidelberger Forschungsergebnissen wurde der Zusammenhang des Moleküls Kynurenin mit verschiedenen Krebsarten nachgewiesen. Kynurenin aktiviert den so genannten Dioxinrezeptor (wissenschaftliche Bezeichnung: Arylhydrokarbonrezeptor) und hat damit ganz ähnliche Auswirkungen wie Dioxin. In welchem Zusammenhang das körpereigene Molekül mit Umweltgiften steht, ist bisher nicht bekannt.

Bund und Länder

Gesetzliche Neuregelung zum 1. September 2011 Mit dem Gesetz zur Änderung des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches setzt die Bundesregierung Teile des Aktionsplans “Verbraucherschutz in der Futtermittelkette” um. Die Neuregelung nimmt u.a. private Labore in die Pflicht zuständige Behörden bei Überschreitungen zu informieren.

Pressemeldung

BMU: Leitfaden für Lebensmittelproduktion vorgestellt Der primär an Nutztierhalter addressierte Leitfaden informiert über vermeidbare Belastungsquellen sowie den aktuellen Stand der regulatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Dioxin- und PCB-Einträgen bei der Lebensmittelproduktion.

Internationales

Dioxin durch Müllverbrennung in Neapel In der drittgrößten Stadt Italiens ist die Müllentsorgung zusammengebrochen, Deponien sind überfüllt. Der Müll türmt sich auf den Straßen Neapels und wird verbrannt – massenhaft Dioxin gelangt unkontrolliert in die Umwelt. In Zusammenarbeit mit dem National Institute of Health möchte Minister Ferruccio Fazio erhöhte Risiken für Atemwegserkrankungen untersuchen.

18.06.11 – Hohe Dioxinkonzentrationen in Sachsen-Anhalts Flüssen Laut neuesten Untersuchungen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz konnte in den Flüssen Elbe, Saale, Bode und Mulde eine weit erhöhte Dioxinbelastung nachgewiesen werden. “Da sowohl Dioxin als auch HCH extrem langlebig ist, gehen wir davon aus, dass die Belastung wohl noch über Jahrzehnte sehr hoch sein wird”, sagt Burkhard Henning, Direktor des LHW. Diese jüngsten Beobachtungen decken sich mit Fallstudien der TU Hamburg. In einer Dokumentation von Professor Ulrich Förstner (Feb 2011) wird auf die Problematik von Dioxin-Altlasten der Elbe und ihrer Zuflüsse hingewiesen.

Internationales

Beseitigung von Umweltschäden in Vietnam In einer Erklärung der Botschaft kündigen die USA den Beginn der Beseitigung der Umweltschäden durch das dioxinhaltige Entlaubungsmittel Agent Orange an. Zu Zeiten des Vietnamkriegs wurden ca. 80 Millionen Tonnen dieses Dioxins versprüht, was für Fehlbildungen bei Neugeborenen und erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich gemacht wird.

23.05.11 – EnTox: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu PCBs Beim diesjährigen EnTox Symposium vom 19.-20. Mai stellten Umweltforscher wichtige neue Erkenntnisse vor. So lägen die Halbwertszeiten niedrig-chlorierter Polychlorierter Biphenlye (PCBs) deutlicher höher als bisher angenommen.

Internationales

Dioxinverseuchte Aale – Italien verbietet Verkauf Der italienische Staatssekretär im Gesundheitsministerium unterzeichnete im Mai eine Verordnung mit dringenden Maßnahmen zur Verringerung von Risiken für die menschliche Gesundheit durch den Verzehr kontaminierter Aale aus dem Gardasee. Der Plan sieht die Prüfung auf das Vorhandensein von Dioxinen, Furanen und dioxin-ähnlichen PCB in Proben von Aal, Maifisch, Felchen, Hecht, Barsch und Schleien vor.

Bund und Länder

Fische aus niedersächsischen Flüssen dioxinbelastet Untersuchungsergebnisse einer Beprobung niedersächsischer Flußabschnitte zeigen eine Überschreitung zulässiger Dioxinhöchstmengen. Für den Verzehr von Aalen und Brassen wurde eine ausdrückliche Warnung ausgesprochen.

20.04.11 – Zur Osterzeit: Umfassende Produkt- und Gesundheitsinformationen Während des Dioxinskandals hatten Verbaucher mit der Anwendung “barcoo” die Möglichkeit festzustellen, ob die erworbenen Eier von einem der verseuchten Höfe stammen. Auch in der aktuellen Osterzeit macht das nützliche Programm aus Mobiltelefonen Barcode-Scanner, die Informationen zum Thema Lebensmittel und Gesundheit anzeigen.

31.03.11 – Agrarministerkonferenz – Dioxin und Strahlenschutz auf der TO In der stattfindenden Frühjahrskonferenz der deutschen Agrarminister in Jena werden aktuelle Themen zur Strahlen- und Dioxinbelastung von Lebensmitteln diskutiert.

29.03.11 – BMELV – Zulassungspflicht für Futtermittelhersteller “Nach dem entsprechenden Verordnungsentwurf sollen künftig Betriebe, die Futterfette oder Futterfettsäuren herstellen, einer Zulassungspflicht nach strengen Kriterien unterworfen werden. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die Futterfette produzieren, ihre Produktionsströme klar voneinander trennen.”

23.03.11 – Dioxingehalte in Muttermilch rückläufig In einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesamtes für Risikobewertung werden sinkende Gehalte in Frauenmilch (im Analysezeitraum zwischen 1986 und 2009) bekannt gegeben.

Bund und Länder

FAQ: Dioxine in Futter- und Lebensmitteln Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat zur aktuellen Dioxinproblematik ein Informationsangebot mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Kontaminationssituation vorgestellt. Auf der Seite finden Sie Informationen zu betroffenen Lebensmitteln, Grenzwerten, Kennzeichnungen und mehr.

04.03.11 – Dioxinskandal: Futteröl-Verunreinigung aus früherer Lieferung Weitere Recherchen der amtlichen Futtermittelbehörde haben ergeben, dass die Dioxinbelastung auf eine Futtermischöllieferung aus Hessen vom 22. Dezember 2010 zurückzuführen ist.

24.02.11 – Deutsches Dioxin-Krisenmanagment erhält Lob von EU-Partnern “Die deutschen Behörden haben höchst effizient gearbeitet und mit ihrem vorbeugenden Ansatz ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet.” teilte die EU- Kommission in Brüssel mit. Nach EU-Angaben sank die Zahl der möglicherweise betroffenen Betriebe zuletzt auf 49. Anfangs seien es 4.760 Höfe gewesen.

25.01.11 – Dioxinskandal: Europaweit einheitliches Vorgehen gefordert “Die Konsequenzen aus der aktuellen Dioxinkrise müssen europäisch gezogen werden. Nationale Alleingänge helfen uns nicht weiter, da die Märkte für Futter- fettmischer und Lebensmittel europäisch sind.” – Eine Reaktion von Dr. Horst Schnellhardt, Mitglied des Europäischen Parlaments.

21.01.11 – Herkunft aktueller Dioxinbelastungen – Spurensuche in Dioxin-DB Das UBA hatte die den Futtermitteln illegal zugesetzten Mischfettsäuren mit rund 46.000 Proben aus Boden, Luft, Pflanzen und Tieren in seiner Dioxin-Datenbank verglichen. Die Herkunft der aktuellen Dioxinbelastungen in Futtermitteln, Eiern und Fleisch sind weiterhin nicht völlig geklärt.

21.01.11 – Futtermittel-Dioxinmuster in technischen Fetten gefundenNeue Ergebnisse im Dioxin-Skandal: Das NRW-Verbraucherschutzministerium kann einen ersten Erfolg bei der Rückverfolgung des Dioxin-Musters im aktuellen Futtermittelskandal verkünden. Die zuständige Staatsanwaltschaft wurde informiert.

10.01.11 – Dioxin in der Umwelt – Interview mit Marianne Rappolder (UBA) Gespräch des WDR mit Marianne Rappolder, Biologin und Wissenschaftlerin des Umweltbundesamtes, zum Thema “Dioxin in der Umwelt”. In dem etwa 5minütigen Interview werden möglichen Quellen sowie die Langlebigkeit und Senkung der Schadstoffbelastung genannt.

04.01.11 – Dioxin in Futterfett – Bürgerinformation des Niedersächsischen Ministeriums (u.a. Informationen zu Kenn-Nummern betroffener Eier)In Niedersachsen wurden im Rahmen amtlicher Probenuntersuchungen Höchstgehaltsüberschreitungen in Eiern festgestellt. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung veröffentlicht eine Zusammenfassung des Geschehens sowie wichtige Verbraucherinformationen.

2010

19.12.10 – NRW – zulässige Grenzwerte bei Freilandrindern überschrittenEine Untersuchung von nordrhein-westfälischen Rindern hat eine Überschreitung der Dioxin- und PCB-Grenzwerte bei jedem vierten Tier in Freilandhaltung nachgewiesen.

08.12.10 – Vorhaben “Expositionsbetrachtung und Beurteilung des Transfers von Dioxinen, dl-PCB und PCB” – finaler Abschlussbericht erschienen Im Rahmen einer Literaturrecherche wurde der Stand der Wissenschaft ermittelt und darauf aufbauend der Forschungsbedarf bezüglich der betrachteten Stoffgruppe aufgezeigt.

12.10.10 – Envio PCB-Skandal in Dortmund – Werte rückläufigNach den lange hohen PCB-Werten im Dortmunder Hafen geht die Gift-Belastung nun langsam zurück. Die Bezirksregierung Arnsberg meldete verringerte PCB- sowie Dioxin- und Furan-Werte. Sie gab aber keine Entwarnung.

24.09.10 – Dioxin-Gefahr thailändischer Müllverbrennungsanlagen„Wir haben Angst vor Giften wie Dioxin!“, skandieren aktuell Bürger in Hua Thanon (Thailand). Sie klagen an, dass sich im Bereich einer Verbrennungsanlage schwere Erkrankungen und sogar Todesfälle dramatisch erhöht hätten.

22.09.10 – Polybromierte Biphenyle (PBBs) in Lebensmitteln – wissenschaftliche Stellungnahme der EFSADie Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde von der Europäischen Kommission beauftragt, ein wissenschaftliches Gutachten zu polybromierten Biphenylen in Lebensmitteln zu erstellen. Das Gutachten sowie eine Zusammenfassung wurden nun englischsprachig veröffentlicht.

10.06.10 – Umweltschädigung durch Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) in Feuerwehrlöschschäumen “Fluorhaltige Chemikalien sind extrem langlebig und werden über die Gewässer weltweit verbreitet. Einige Vertreter der Stoffgruppe haben zudem die Tendenz, sich im Körper anzureichern und dort giftig zu wirken. Wir sollten daher vermeiden, dass sie in die Umwelt gelangen. Klar ist aber auch, dass dieser Anspruch im Brandfall nur teilweise erfüllt werden kann; dort hat der akute Schutz menschlichen Lebens natürlich Vorrang.”

2009

01.06.09 – POPs – Die Tage des “Dreckigen Dutzend” sind gezählt”Ein Schwerpunkt der Arbeit des Bundesumweltministeriums im Bereich Chemie betrifft das so genannte ‘Dreckige Dutzend’, welches 12 langlebige, organische Schadstoffe umfasst.

26.02.09 Bundesumweltministerium: Schutz vor belasteter Schafleber”Das Bundesumweltministerium lässt prüfen, ob die zuständigen Stellen eine bundesweite Empfehlung für einen eingeschränkten Verzehr von mit Dioxinen belasteter Schafleber geben sollen.”

Internationales

Studie zu Belastungen von Gewässern und Fischen mit PCB erschienen (Stand: Januar 2010)Anhand von mehr als 1300 Datensätzen aus den letzten 20 Jahren, bestehend aus Messungen von PCB und Dioxinen in Fischen aus vielen Schweizer Flüssen und Seen,wurde eine Bestandesaufnahme über die Situation in der Schweiz durchgeführt.

Neue Studie der EFSA zu Belastungen durch PCB in Nahrungs- und Futtermitteln erschienenDie Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Analyse der Konzentrationen von Dioxinen und verwandten Stoffen in Lebensmitteln und Futtermitteln veröffentlicht. Der Bericht, der vom für Datenerhebung und Expositionsabschätzung zuständigen Referat der EFSA erstellt wurde, beruht auf über 7000 Proben, die von 21 europäischen Ländern zwischen 1999 und 2008 erhoben wurden.