Dioxin Datenbank und Wiki

Hinweis: pop-dioxinpb.de ist eine rein privat betriebene Website und steht in keinem Zusammenhang mit dem Umweltbundsamt (UBA). Die offizielle Dioxindatenbank des UBA finden Sie hier: http://www.dioxindb.de/ Die hier aufbereiteten Inhalte dienen der reinen Information über verschiedene Schadstoffe (z.B. Dioxin oder PCB).

Gefahr durch Dioxin-Vergiftung

Dioxin kann durch verschiedene Wege in den menschlichen Körper gelangen. Am Wahrscheinlichsten ist jedoch die Aufnahme von geringen Mengen Dioxin durch Lebensmitteln wie Eier, Fisch, Fleisch und verschiedene Milchprodukte. Es wurden auch Dioxinmengen in verschiedenen Meeresfrüchten festgestellt. Aber nicht nur über die Nahrung, sondern auch über die Haut oder durch die Atmung kann Dioxin in unseren Körper gelangen. Dort angelangt verteilt sich der Giftstoff über den Blutkreislauf in den Organen und lagert sich u.a. auch in der Leber und in Teilen des Fettgewebes ab. Eine besondere Gefahr besteht für Säuglinge, denn durch die besonders fetthaltige Muttermilch kann Dioxin besonders gut transportiert werden. Gerade dieser Punkt ist besonders kritisch, da Dioxin nachgewiesenermaßen zu Fehlgeburten führen kann. Aber auch Erwachsene sind nicht unerheblichen Risiken ausgesetzt: Sarkome (bösartige Tumore) und Leukämie können bei dauerhafter und langfristiger Aufnahme von Dioxin das Ergebnis sein. Schon geringe Mengen des Gifts könne auch zu kurzfristigen Folgen im menschlichen Körper führen. Typische Symptome einer Dioxin-Vergiftung sind beispielsweise Haarausfall, Gewichtsverlust oder auffällige Hautveränderungen. In diesem Fall sollte man unbedingt einen Arzt kontaktieren, um die Vergiftung schnellstmöglich behandeln zu lassen. Eine häufig angewandte Behandlung bei Dioxinvergiftung ist die Zuführung hochkonzentriertem Kortisons, aber auch schlichtes Fasten und die Nahrungsergänzung mit medizinischer Kohle kann den Körper wieder entgiften.

Aktuelles zum Thema Dioxin:

2015

28.02.2015 – Auch in kosmetischen Produkten entdeckt: speziell bei der Herstellung von Shampoos können minimale Rückstände des giftigen Dioxins in den Produkten enthalten sein. Wirklich ausschließen kann man dies nur bei zertifizierter Naturkosmetik, da hier auf chemische Zusätze bereits bei der Herstellung verzichtet wird. mehr >

2014

20.11.2014 – Dioxin-Prozess endet mit Geldbußen: Nach insgesamt 25 Verhandlungstagen ist am Donnerstag im bundesweit ersten Strafprozess zum Dioxin-Skandal ein Urteil gefallen. mehr >

22.10.2014 – Streit um Dioxin in Futtermitteln: Bauern haben nicht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung. Landwirte haben bei einem Dioxinverdacht im Tierfutter nicht automatisch Anspruch auf Schadensersatz. Der BGH hob jetzt eine frühere gerichtliche Entscheidung auf, gegen die sich Futtermittelhersteller gewehrt hatten. mehr >

27.06.2014 – Dioxin in Eiern: Betrieb in Cloppenburg gesperrt. Das Ausmaß der Belastung ist noch unbekannt. Fest steht aber: Die Behörden haben am Donnerstag einen Legehennenbetrieb im Landkreis Cloppenburg gesperrt, nachdem dort bei Kontrollen erhöhte Werte von Dioxin und Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Eiern festgestellt wurden. mehr >

2013

Januar 2013: Aus der Vergangenheit hat man gelernt und richtete Anfang 2013 ein Dioxin Krisenzentrum in Hannover ein. Die Spezialisten im niedersächsischen Bundesumweltministerium treten fortan immer dann auf den Plan, wenn Dioxin in Eiern festgestellt wurde oder Anzeichen einer EHEC-Epedemie (Enterohämorrhagische Escherichia coli, krankheitsauslösende Stämme eines Darmbakteriums). Mit einem ausgeklügelten IT-System verschiedene Behörden besser miteinander vernetzt und koordiniert werden. Auf diese Weise will man effektiver und gezielter im Falle einer Krise reagieren können und damit die Gesundheit der Verbraucher schützen.

Februar 2013: Nachdem 2011 bereits Dioxin in Aalen und Brassen festgestellt wurden, so hat man auch 2013 auch in Dorschen aus der Ostsee Höchswertüberschreitungen dieses Giftes gefunden. Neben Dioxin wurden bei der vom Landesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern beauftragten Untersuchung auch Furane und PCBs in den Ostseedorschen festgestellt. Außerdem wurde in diesem Monat die Broschüre „Umweltschutz – Standbein der Lebensmittelsicherheit“ des Bundesumweltministeriums veröffentlicht, welche über schädliche Dioxine und PCBs informiert und wie diese auf Gesundheit und Umwelt wirken.

Dioxin Infos 2012

April 2012: Auch im Kreis Minden-Lübbecke gab es nach Bodenuntersuchungen den Verdacht auf dioxinähnlichen PCB in Hühnereiern. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz analysierte dabei vorrangig Probe aus den Freilandhaltungsflächen. Aber auch bei Schlachtrindern gibt es hin und wieder ein Verdacht auf Dioxin – so wurden einige Betriebe in Schleswig-Holstein in diesem Monat genauer unter die Lupe genommen.

Mai 2012: Nachdem die Stempelnummern von dioxinbelastenden Eiern (80 Nanogramm dioxinähnliche Polychlorierte Biphenyle pro Gramm Eifett) in NRW veröffentlicht wurden, musste ein Legehennenbetrieb im Kreis Borken daraufhin schließen..

Juni 2012: Die Ursache für die Dioxinbelastung von Eiern aus Oldenburg wurde aufgeklärt. Hier befand sich im Asphalt eines Betriebes dioxinähnliche PCB, welche von den dort gehaltenen Legehennen aufgenommen und so an die Eier weitergegeben wurden.

Juli 2012: Erneut gab es eine Warnung vor dem Verzehr von Wildaalen. Dieses Mal kam die Meldung vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westphalen. Die Tiere seien mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) belastet und können daher beim Verzehr gesundheitsschädigend sein. Zwar werden PCB schon seit Jahren nicht mehr eingesetzt, dennoch bauen sich die Stoffe nur extrem langsam ab und sind daher noch oft in der Umwelt zu finden.

August 2012: In einem neuen (zweiten) Dioxinbericht veröffentlichte das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalts ein Bericht über die Konzentration von Dioxinen und PCB. Nach über 16 Jahren (der erste Dioxinbericht erschien im Jahre 1996) wurde erneut über die Auswirkung von Dioxin in der Umwelt und in Lebensmitteln berichtet. Am gleichen Tag starteten erste Maßnahmen zur Beseitigung der Dioxinbelastung in vietnamesischen Böden, welche durch den Einsatz von Agent Orange (Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg) durch die USA entstanden sind. Damit löste die USA das Versprechen des Vorjahres ein, sich um die Giftstoffe zu kümmern. Im selben Monat wurden im Landkreis Aurich Stempelnummern vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung veröffentlicht. Diese Stempelnummern sollten Eier mit einer Überschreitung der Dioxin-Höchstwerte für Verbraucher einfacher identifizieren.

September 2012: Speziell bei Eiern aus der Freilandhaltung wurde erneut eine erhöhte Dioxinbelastung in Nordrhein-Westphalen festgestellt. Circa zur selben Zeit wurde eine neue Untersuchung des Umweltbundesamtes zu Dioxinen in Lebensmitteln veröffentlicht.

Dioxin Infos 2011

Januar 2011: Ein Mitglied des Europäischen Parlaments forderte Konsequenzen aus der Dioxinkrise und rief zur länderübergreifenden Zusammenarbeit auf den Futter- und Lebensmittelmärkten auf. Außerdem führte das Umweltbundesamt eine Spurensuche in verschiedenen Futtermitteln durch, um die Herkunft von Dioxinbelastungen in verschiedenen Lebens- und Futtermitteln festzustellen. Im WDR wurde Anfang Januar 2011 zudem ein Interview (Thema „Dioxin in der Umwelt„) mit Frau Rappolder (anerkannte Biologin) durchgeführt, bei dem es speziell um potentielle Quellen und eine mögliche Senkung der Belastung durch Schadstoffe ging. Ebenfalls Anfang diesen Monats wurde bei verschiedenen Untersuchungen ein erhöhter Dioxingehalt in Eiern festgestellt.

Februar 2011: Es gibt auch etwas positives zu berichten, denn in diesem Monat wurde das deutsche Dioxin-Krisenmanagement von seinen Partnern in der EU für seinen effiziente und vorbeugende Arbeit gelobt.

März 2011: In diesem Monat gab es gleich mehrere Meldungen rund um das Thema Dioxin. Ende März fand die Agrarministerkonferenz in Jena statt, bei der über Dioxinbelastung in Lebensmitteln diskutiert wurde. Auch gab es ungefähr zu dieser Zeit eine neue Verordnung zur Zulassungspflicht von Futtermittelherstellern, bei der Unternehmen, welche Futterfette herstellen, ihre Produktionsströme deutlich trennen sollten. Außerdem wurde festgestellt, dass der Dioxingehalt in der Muttermilch rückläufig ist. Dennoch gab es im Monat März 2011 auch einen neuen Dioxinskandal, denn in Hessen wurde eine erhöhte Dioxinbelastung in Futteröl festgestellt.

April 2011: Gerade zur Osterzeit spielt das Thema „Dioxin in Eiern“ immer wieder eine Rolle – so auch in diesem Monat des Jahres 2011. Mit dem mobilen Produkt-Guide „barcoo“ konnten Verbraucher feststellen, ob ihre Ostereier von Höfen stammen, wo eine Dioxin-Verseuchung nachgewiesen wurde.

Mai 2011: Umweltforscher stellten neue Untersuchungsergebnisse zu Erkenntnissen zu Polycholrierten Biphenylen (kurz PCB) vor. Darin wurde veröffentlicht, dass die Halbwertzeit von PCB deutlich höher ist als bis dato bekannt war, bzw. angenommen wurde.

Juni 2011: In vielen deutschen Flüssen wurde eine erhöhte Dioxinkonzentration festegestellt. Untersuchen hatten gezeigt, dass in der Saale, Bode, Elbe und Mulde die Dioxinbelastung erhöht ist. Auch Fallstudien der Technischen Universität in Hamburg hatteten gezeigt, dass Dioxin in der Elbe zu finden ist, welches sich aufgrund seiner hohen Halbwertzeit nur sehr langsam abbauen und dadurch noch Jahrzehnte in den Flüssen zu finden wäre.

Oktober 2011: Im Leitfaden „Nachhaltige Chemikalien“ veröffentlichte das Umweltbundesamt Informationen, wie man korrekt und nachhaltig mit Chemikalien umgehen sollte. Darin wird auch beschrieben, wie chemische Stoffe und Materieln richtig behandelt und entsorgt (z.B. auch verbrannt) werden müssen, da hierbei eben auch giftige Dioxine und Furane entstehen können.

November 2011: Bei einigen Betrieben in NRW welche sich auf die Zuckerherstellung spezialisiert haben, wurden spuren von Dioxin in den Restprodukten gefunden. Nachdem aus den Zuckerrüben der Zucker extrahiert wurde, werden sie als kleingeschnittenes Material als Futtermittel für Nutztiere verwendet und eben hierbei sind bei Eigenkontrollen Überschreitungen des Dioxin-Höchstwertes aufgefallen. Kurz nach dem Bekanntwerden wurde auch die Ursache für die erhöhten Dioxinwerte festgestellt. So führte eine Verschmutzung im Prozesswasser zu diesem Umstand. Hier wird ein sogeannter Gaswäscher eingesetzt, welcher dafür sorgt, dass bei Gase bei der Herstellung von Schadstoffen befreit werden. Eben dieses Modul sorgte für die Überschreitung des Dioxin-Höchstwertes.

Allgemeine Infos zu Dioxin in diesem Jahr

Agent Orange = Dioxin

Im Vietnam-Krieg wurden von den USA 80 Millionen Tonnen des Entlaubungsmittels namens „Agent Orange“ eingesetzt, welches auch Jahre nach dem Krieg für zahlreiche Fehlbildungen bei Neugeborenen sorgte und auch das Krebsrisiko in den betroffenen Gebieten erhöhte. Was viele nicht wissen: das Kampfmittel Agent Orange war nichts anderes als der giftige Stoff Dioxin, welcher durch die USA nun in Vietnam beseitigt werden sollte.

Dioxin in Fischen – ein Gesundheitsrisiko

Dioxin gelangt auch immer wieder ins Wasser und damit auch in Flüsse, Seen und die Meere. So wundert es auch nicht, dass auch Fische diesen Giftstoff aufnehmen und damit beim Verzehr ein Gesundheitsrisiko darstellen. So wurde in Italien festgestellt, dass dioxinverseuchte Aale an Verbraucher verkauft wurden. Diese Aale stammten allesamt aus dem Gardasee und das italienische Gesundheitsministerium warnte die Verbraucher vor dem Verzehr potentiell kontaminierter Fische. Auch in deutschen Gewässern ist immer wieder Dioxin zu finden und so 2011 bei Untersuchungen festgestellt, dass Aale und Brassen aus niedersächsischen Flüssen die Dioxinhöchstmengen überschritten und damit gesundheitsgefährdend sein können.

Dioxin führt zu Tumoren

Das Gift schädlich für den Körper ist, sollte jedem klar sein. Gerade was das Krebsrisiko angeht, sorgen Giftstoffe immer für ein erhöhtes Risiko und da wundert es auch nicht, dass dies nun durch Untersuchungen belegt wurde. 2011 wurden Heidelberger Forschungsergebnisse veröffentlicht, welche zeigten, dass der dioxin-ähnliche Botenstoff Kynurenin in einigen Krebsarten vorhanden war. Dieser Stoff aktiviert die Dioxinrezeptoren (Arylhydrokarbon Rezeptor) und hat damit eine vergleichbare Wirkung auf den menschlichen Organismus wie Dioxin selbst.

Dioxin bei Müllverbrennung

Immer dann, wenn Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, kann ein Gesundheitsrisiko für Menschen entstehen. So geschehen in einer der größten Städte Italiens, Neapel. 2011 brach die kontrollierte Müllentsorgung in der Stadt zusammen, da die hiesigen Deponien überfüllt waren. Die Folge: Hausmüll der Verbraucher türmten sich vor den Häusern und auf den Straßen. Um das Problem in den Griff zu bekommen, wurde in Neapel der Müll schlicht verbrannt, wodurch enorm viel Dioxin freigesetzt und in die Luft gelangt ist, was wiederum zu einem erhöhten Risiko von Atemwegserkrankungen führte.

Dioxin Infos 2010

Dezember 2010: Bei einer Untersuchung von Rindern in NRW ist eine Überschreitung von Dioxin-Grenzwerte bei 25% aller Tiere festgestellt worden. Hierbei handelte es sich um sogenannte Freilandrinder, bei welchen u.a. auch mit erhöhten PCB-Grenzwerte nachgewiesen worden sind. Zudem ist ein finaler Abschlussbericht erschienen, welcher sich mit dem „Transfer von Dioxinen“ beschäftigt hat, woraus sich ein hoher Forschungsbedarf dieser Stoffgruppen ergeben hat.

Oktober 2010: Im Dortmunder Hafen gab es einen PCB-Skandal – jedoch gingen die Belastungen durch Gift stetig etwas zurück – eine Entwarnung trotz sinkender Dioxin- und Furan-Belastung konnte es zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht geben. Zu dieser Zeit gab es auch eine begründete Gefahr vor Dioxin in Thailand, denn durch hiesige Müllverbrennungsanlagen wurde der Schadstoff freigesetzt, wodurch sich Todesfälle und verschiedene Krankheitsbilder in der Region um die Anlage deutlich erhöht hatten.

September 2010: Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wurde mit einer Studie beauftragt, welche sich um polybromierte Biphenyle in verschiedenen Lebensmitteln befasste.

Dioxin Infos 2009

Juni 2009: In der Studie „Dreckiges Dutzen“ wurden vom Bundesumweltministerium im Bereich Chemie 12 langlebige und organische Schadstoffe untersucht, welche auch als „Dreckiges Dutzend“ bezeichnet werden.

Februar 2009: Das Bundesumweltministerium prüfte in dieser Zeit, ob eine Empfehlung zum eingeschränkten Verzehr von Schafleber ausgesprochen werden soll, da hier häufig eine Dioxin-Belastung festgestellt wurde.