Algen Medikamente

Alge Drogen

Soweit ich weiß, gibt es bisher keine Medikamente auf Algenbasis. Algen werden in der asiatischen Küche oft in vielen Zubereitungsformen konsumiert, während in unserer Küche Algen eher nicht auf der Speisekarte stehen. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Kieselalgen sollen gegen Krebs helfen. Arzneimittelforschung: Schwämme, Algen, etc. "Die versprochenen Wunder über Algen gehören mehr ins Reich der Mythen.

Die Algen als pharmazeutische Pflanze

Für die Heilung von chronischen Erkrankungen werden Hightech-Medikamente benötigt, die von teuren Kleinstlebewesen oder Zellen zubereitet werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Algen eine kostengünstige Variante als kleine Wirkstofffabriken sein werden. Dass rekombinante Proteine, die als Basis für hoch wirksame Medikamente fungieren, industriell hergestellt werden, ist nichts Neues. Genetisch modifizierte Keime, Hefe oder Säugerzellen bilden große Anteile an Pharmaproteinen, die heute für die Bekämpfung von chronischen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose (MS) oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) eine Selbstverständlichkeit sind.

Der Leiter des San Diego Center for Algae Biotechnology an der University of California in San Diego, Stephen Mayfield, ist davon Ã?berzeugt, dass der rentable Algeneinsatz diese Prozesse ablösen könnte. Algen sind "Mikropflanzen" und wie die Pflanze verhältnismäßig leicht zu züchten. Gegenwärtig werden diese Eiweiße von Hefe, Keimen oder Säugerzellen hergestellt.

Von den sieben Proteinen konnten die Algen sogar vier in einer Menge produzieren, die für die Industrieproduktion ausreicht. Dabei war die QualitÃ?t mit konventionellen Methoden auf der Grundlage von Keimen oder Zellen zu vergleichen und die EiweiÃ?e konnten ebenso aufkonzentriert werden. Komplizierte Eiweiße, wie das hocheffektive MS-Medikament Tysabri, können derzeit nur in Säugerzellen hergestellt werden.

Würde man Grüne Algen als Produzenten einsetzen, ließen sich laut Mayfield die Preise signifikant senken, da die Pflanze mit geringem Verbrauch im Meer wächst. Die Algen haben neben der kostengünstigeren Produktion von Arzneimitteln noch einen weiteren Vorteil: Der Aufbau von Algenproduktionsanlagen ist wesentlich günstiger. Der Investitionsaufwand für den Aufbau einer Säugetierzellkulturanlage ist das grösste Hemmnis für die Entstehung neuer Arzneimittel.

Algen können im Unterschied zu den unteren bakteriellen Zellen die Strukturen von komplexen Eiweißen sehr gut bilden. Selbst Säugerzellen können einige Eiweiße nicht richtig einfalten. Die Algen würden damit ganz neue Wege für die Entstehung ganzer Wirkstoffgruppen aufzeigen. Bereits in vorangegangenen Studien hatten die Forscher bewiesen, dass Algen auch so genannte humane monoclonale Antikoerper ausbilden.

Es handelt sich um komplizierte Eiweiße, die in Säugerzellen produziert werden können und für einige der kostspieligsten, aber auch wirksamsten Krebstherapien verwendet werden. Nachteilig bei " Mikro-Pflanzen " kann jedoch die mangelnde Bindungsfähigkeit der Algen sein. Charakteristisch für Säugerzellen ist die so genannte Glykosilierung. Damit sind Algen eine wirkliche Alternativen für Eiweiße, die auch ohne Glykosilierung physikalisch wirksam sind.

Es ist auch vorstellbar, die "Mikropflanzen" genetisch zu verändern, um Zucker-Moleküle zu bindet. Das haben die Wissenschaftler bereits bei der Hefe geschafft. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten es für sinnlos, mit Best Practices zu mithalten. So wird Insulin bereits zu vergleichbaren Preisen wie Algen hergestellt. Algen hingegen wiesen ein großes Potenzial für kompliziertere Medikamente auf.

In diesem Jahr werden die Algenproteine an Tieren erprobt.

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