Carnitinmangel

Carnitinmangel

Wenn die benötigten Stoffe dem Körper nicht regelmäßig in ausreichender Menge zugeführt werden, kann es zu Carnitinmangel kommen. Erblicher Carnitinmangel ist ein seltener autosomal rezessiver vererbter Carnitin-Transporterdefekt. Der sekundäre L-Carnitin-Mangel bezieht sich auf Ursachen, die erst im Laufe des Lebens auftreten, also nicht angeboren sind. Carnitinmangel und Nährstoffwechselwirkungen, körperliche und sportliche Leistungsfähigkeit.

Das Grüne Kreuz für das Gesundheitswesen e. V.

Carnitinmangel wurde bei Menschen ohne Stoffwechselerkrankungen noch nicht nachgewiesen, was darauf schließen lässt, dass die meisten Menschen genügend Karnitin produzieren können (1). Sogar bei strengen Vegetariern (Veganer) gibt es keine Zeichen von Carnitinmangel, obwohl das meiste Karnitin aus tierischer Herkunft kommt (8). Bei Frühgeborenen, Säuglingen und Kleinkindern mit niedrigem L-Carnitinspiegel besteht aufgrund ihres raschen Wachstums die Gefahr eines Carnitinmangels.

In einer Untersuchung wurde festgestellt, dass Kleinkinder, die mit Carnitin-freier Ernährung auf der Basis von Soja ernährt wurden, ein normales Wachstum aufwiesen und keine Zeichen eines klinischen Carnitinmangels aufwiesen. Einige der biochemischen Parameter unterscheiden sich jedoch signifikant in ihrem Fettmetabolismus von denen der Kleinkinder, die mit der gleichen, mit L-Carnitin angereicherten Ernährung ernährt wurden. Die auf Soja basierende Säuglingsmilch wird daher durch die L-Carnitinmenge in der Milch des Menschen angereichert (15).

Die sekundären Carnitinmängel können entweder genetisch bedingt oder erworben sein. Durch diese Erbkrankheiten können sich organische Fettsäuren ansammeln, die dann über Acylcarnitinester aus dem Organismus abgesondert werden. Ein erhöhter Carnitinverlust durch den Harndrang kann zu einer systematischen Ausschöpfung des Carnitinspiegels beitragen (1). Eine Funktionsstörung der Nieren hat daher einen erhöhten Carnitinverlust im Harnfluss zur Folge.

Als Beispiel für einen exklusiv akquirierten Carnitinmangel ist der Einsatz von pivalatkonjugierten antibiotischen Mitteln zu nennen. Pivalate ist eine verzweigtkettige Fettsäure, die zu einem Acyl-CoA-Ester verstoffwechselt wird, der zu Acyl-Carnitin umestert und als Pivaloyl-Carnitin im Harn abgesondert wird. Der Carnitinverlust über diesen Weg kann zehnmal höher sein als die tägliche Carnitinaufnahme und Bio-Synthese und damit zu einem systemischen Carnitinmangel führt (16).

Darüber hinaus haben Nierenkranke, die sich einer Blutwäsche unterziehen, ein höheres sekundäres Carnitinmangelrisiko, da die Blutwäsche Karnitin aus dem Körper entnimmt (21). Ungeachtet der Ursachen ist ein sekundäres Carnitinmangel durch geringe Plasmakonzentrationen von freies Karnitin (weniger als 20 Mikromol/L) und ein gesteigertes Anteil von Acylcarnitin zu freies Karnitin (mehr als 0,4) gekennzeichnet (19, 22).

Eine sekundäre Mangelerscheinung ist häufig anzutreffen als der rare Carnitinmangel. Der körpereigene Aufbau von L-Carnitin wird durch die gemeinsame Wirkung von fünf unterschiedlichen Proteinen induziert. Eines der ersten Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels ist Müdigkeit, die vermutlich mit einer verminderten Produktion von L-Carnitin verbunden ist (23). Die Bedeutung der L-Carnitin-Supplementierung zur Steigerung der Leistungsfähigkeit steht im Zusammenhang mit der Bedeutung des Stoffwechsels für den Energiehaushalt.

Einige kleine, unkontrollierte Untersuchungen haben bereits ergeben, dass entweder eine akut (Verabreichung von L-Carnitin eine gute Zeit vor dem Sport) oder kurzfristig (regelmäßige Gabe über zwei bis drei Wochen) eine Supplementation von L-Carnitin bei 2 bis 4 Gramm pro Tag mit einer gesteigerten Maximal-Sauerstoff-Aufnahme und der Abnahme der Plasma-Laktatwerte (82-85) verbunden ist.

In den meisten bisherigen Untersuchungen wurde kein Effekt der Supplementation mit Karnitin auf die körperliche Leistungsfähigkeit festgestellt (86). Allerdings sind die Möglichkeiten, die sich aus dieser Untersuchung ableiten lassen, sowohl durch die geringe Teilnehmerzahl und die geringe Länge der Supplementierung als auch durch das Nichtvorhandensein entsprechender Steuerungsgruppen eingeschränkt. Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass eine Supplementation mit Karnitin den Plasma-Karnitinspiegel steigert (87-91), aber nicht nachgewiesen hat, dass der Karnitinspiegel auch in den Skelettmuskeln zunimmt.

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