Ginkgo Extrakt test

Extrakt-Test Ginkgo

Öko-Test untersucht diese Fragen in der April-Ausgabe. hat den "Mini-Mental-Status-Test" mit einem normalen Ergebnis bestanden. hat ein Pilotprojekt zur Wirkung von Ginkgo-Extrakt durchgeführt. Einen Ames-Test mit dem anwendungsrelevanten. ("Ames-Test"), der gewünschte Extrakt erwies sich als nicht mutagen.

Ginkgo im Spannungsfeld der Kritiker

Die in JAMA (The Journal of the American Medical Association)[1] veröffentlichte Untersuchung umfasste 98 männliche und 132 weibliche Personen über 60 Jahre. Die 115 Studienteilnehmer bekamen drei Mal am Tag ein Ginkgo-Präparat mit 40 mg Extrakt (Ginkoba®, Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc.), 115 Testpersonen wurden nach dem selben Zeitplan mit Placebo behandelt.

Bis zum Studienbeginn und am Ende der 6-wöchigen Behandlungszeit wurden 14 neurologische Untersuchungen zur Bewertung der psychischen Leistung durchführt. Die Ginkgo Zubereitung hat sich als gut verträglich erwiesen. In den 27 Teilnehmenden, die die Untersuchung verfrüht verlassen haben (die Frequenz war in beiden Fällen ungefähr gleich), waren keine Nebeneffekte der Auslöser für die Abtreibung.

Es gab keine statistisch bedeutsamen Differenzen zwischen den Ginkgo- und Placebogruppen in Neurophysiologie. Das in der Untersuchung eingesetzte Produkt sollte nach den Herstellerempfehlungen in einer Dosierung von 120 mg pro Tag über einen längeren Zeitabschnitt ( "sechs Studienwochen ") appliziert werden.

Salomon und Kollegen kamen zu dem Schluss, dass Ginkgo biloba-Extrakt, wenn er gemäß den Herstellerempfehlungen genommen wird, keinen meßbaren Einfluß auf die geistige Leistung bei Älteren mit einer normalen kognitiven Leistung hat. Allerdings schliessen die Studienleiter nicht aus, dass mit höherer Dosierung oder längerer Anwendungszeit Wirkungen erzielt werden können.

Das Ergebnis dieser Untersuchung des Journal of the American Medical Associations ist in Fachkreisen auf Unverstehen gestoßen. KFN, einer Institution von forschungsbasierten Herstellern pflanzlicher Arzneimittel, widersprechen die Resultate weit über hundert wissenschaftlicher Untersuchungen in den vergangenen Jahren, die die positiven Wirkungen von Ginkgo-Extrakt auf die geistigen Fähigkeiten bestätigt haben[2]. Der Vorwurf der Gutachterinnen und Gutachter bezieht sich vor allem auf das Untersuchungsdesign.

Der Schluss, dass Ginkgo wirkungslos ist, ist unbegründet, da alle Teilnehmer der Studie geistig fit waren. Ginkgoextrakte sind vor allem für die Therapie pathologischer Vorgänge gedacht, zum Beispiel für die symptomatische Therapie der Alzheimer Demenz im Anfangs- und Mittelstadium. Die Vorteile von Ginkgo-Extrakten sind in diesen Anwendungsbereichen seit langem praxiserprobt und bewiesen.

Gelatine-Kapseln wurden als Placebo appliziert, das Ginkgo-Präparat war in Form von Tabletten erhältlich. Der " Wichtiger Hinweis der Medikamentenkommission Deutscher Pharmazeuten "[3] basiert auf Informationen der Medikamentenkommission der Bundesärztekammer (AkdÄ) vom 16. 8. 2002, wonach die gemeinsame Datenbasis des BfArM und der Akademie 185 über die unerwünschten Wirkungen von Ginkgo biloba-haltigen Extrakten berichtet.

Es ist aus der Fachliteratur bekannt, dass Ginkgo-Präparate profibinolytisch und entgegengesetzt zum Thrombozytenaktivierungsfaktor (PAF) wirksam sind. Bei Ginkgo biloba-haltigen Arzneimitteln werden in der Fachinformation nur einzelne Fälle von einer Blutung bei langfristiger Anwendung mit einem unklaren kausalen Zusammenhang unter "Nebenwirkungen" genannt. Aufgrund der verfügbaren Studien kam die Akademie zu dem Schluss, dass bei der Einnahme von Ginkgo biloba-Präparaten das Risiko von Komplikationen bei der Operation oder spontanen Ausblutungen ( "intrazerebrale Blutung in Organe") auftritt.

Laut Angaben der Akademie besteht auch ein erhöhtes Blutungsrisiko, wenn dem Patient andere Antikoagulantien verschrieben werden, besonders die oralen Antikoagulantien oder die Inhibitoren der Thrombozytenaggregation. In einer siebentägigen kontrollierten Untersuchung mit 50 Patientinnen und Patienten, die einen speziellen Ginkgo-Extrakt erhalten, wurde die Gerinnung des Blutes auch in Verbindung mit Azetylessigsäure nicht beeinflusst. Nichtsdestotrotz muss vor allem bei Älteren, die Ginkgo biloba-Präparate und ein Antikoagulans wegen der Indikation "Hirnschwäche" und "Thrombozytenaggregationshemmung" eingenommen haben, mit einer potentiell gefahrbringenden Koinzidenz beider Medikamente zu rechnen sein.

Vor der Verschreibung von ASS oder anderen gerinnungshemmenden Medikamenten ist es notwendig, den Patient zu fragen, ob er oder sie Ginkgo biloba-Extrakte zur Selbstbehandlung einnehmen. Bevor geeignete Medikamente verschrieben werden, sollte die möglicherweise verstärkte Neigung des Betroffenen zur Blutung (z.B. von Willebrand-Jürgens-Syndrom) berücksichtigt werden. Ginkgo Biloba kann in den USA nicht verschrieben werden, wird aber in Nahrungsergänzungen vertrieben.

Inwieweit die beiden Publikationen Auswirkungen auf die Verschreibung und Selbstbehandlung von Ginkgo biloba-Patienten haben werden, wird sich zeigen. Bereits 2001 empfahl das Journal of the American Medical Association, Ginkgo biloba-Präparate spätestens 36 Std. vor einer vorgesehenen OP einzustellen, da das Phytopharmacon die Gerinnung des Blutes verhindern kann[6]. Aber auch hinsichtlich der Auswirkung von Ginkgo auf die geistige Leistung der Gesunden und Kranken ist das Schlusswort noch nicht gefallen.

Wie die Verfasser der von JAMA 2002 veröffentlichten Untersuchung betonen, konnten sie keine kontrollierte Untersuchung vorfinden, die die behauptete Wirkung des Präparates belegt. Eine kleine plazebo-kontrollierte Doppelblindstudie (66 Probanden) ergab zum Beispiel, dass gesunde Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren bei einer täglichen Dosis von 240 Milligramm mit einer vierwöchigen Einnahme von Ginkgo Special Extract die Stimmungslage, Bewegung, subjektive Gesundheitswahrnehmung und Konzentration deutlich verbessern können.

Beauftragt wurde diese Untersuchung von Willmar Schwabe Pharma Karlsruhe, dem Produzenten von Tebonin®[7]. Die aktuelle "Empfehlung zur Behandlung von Demenz" der Bundesärztekammer geht davon aus, dass es keine Studienresultate gibt, die die klinische Relevanz von Ginkgo biloba in Bezug auf die Kenngrößen kognitiver Mängel, alltägliche Aktivität und allgemeines Krankheitsbild nachweisen.

Basis dafür ist eine im Jahr 2000 veröffentlichte Untersuchung, die keine nennenswerte Effektivität des Extraktes aus Ginkgo-Spezial für die Therapie von Altersdemenz und altersbedingten Gedächtnisschwächen feststellen konnte[8]. Die Gestaltung dieser Untersuchung ist auch unter Fachleuten umstritten[2]. Der forschungsbasierte Hersteller pflanzlicher Arzneimittel (KFN) hofft nun auf verlässliche Resultate aus einer Sechsjahresstudie des National Institute of Health, das derzeit die Auswirkungen von Ginkgo-Extrakt auf 3.000 Menschen testet.

Das Studium soll innerhalb von drei Jahren beendet sein. 1 ] Salomon, P. R. R., et al: Ginkgo zur Verbesserung des Gedächtnisses - eine randomisierte kontrollierte Untersuchung. Die neuen Bedenken gegen den Ginkgo-Effekt sind unbegründet. 35, 4124 (2002): Wesentliche Neuigkeiten vom 28. September 2001. [4] Roten Listen 2003. [5] Medizin-Telegramm "Ginkgo ohne Einfluß auf die Gehirnleistung". blitz-a-t vom 22. September 2001, www.arznei-telegramm.de.

8] van Dongen, C., et al : Die Wirksamkeit von Ginkgo bei älteren Menschen mit Demenz und altersbedingter Gedächtnisstörung : neue Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie.

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