Glycin

Glykokoll

Das Glycin ist eine nicht essentielle (vom Körper produzierte) Aminosäure, die in fast allen Proteinen vorkommt. Glyzin: Eine Aminosäure von therapeutischer Bedeutung. Glyzin ist eine weiße, leicht wasserlösliche Substanz mit süßlichem Geschmack. Glycin wird daher auch als Geschmacksverstärker eingesetzt. Glyzin ist ein wichtiger Vitalstoff in unserem Organismus.

Aminosäuren Glycin | Anwendungen - Wirken und Vorteile

Das Glycin (Gly oder G) mit der empirischen Formel C2H5NO2 ist die leichteste aller stabilsten Amino-Säuren. Glycin können wir selbst produzieren, also ist es nicht notwendig. Glycin hat einen süßlichen Geschmack und es sind keine Nebeneffekte bekannt, daher kann es als Geschmacksgeber ohne maximale Mengenbeschränkung in der Nahrung eingesetzt werden. Es wird unter der Bezeichnung D 640 in Süßstoff-Tabletten eingesetzt, Marzipan wird durch Zugabe von Glycin lange haltbar gemacht und oft wird es mit Glycin beschichtet.

Das Glycin ist ein wesentlicher Baustein des Eiweißes Gluathion, das als radikalischer Fänger im Organismus wirkt und reaktionsfähige Substanzen unbedenklich macht, bevor sie die empfindlichen Zellkomponenten angreifen können. Glycin ist mit rund 33% auch die häufigste im Kollagen enthaltene Aminosäure. 2. Diese Strukturproteine des bindegewebigen Gewebes sind ein wesentlicher Baustein von Beinen, ZÃ?

Im Falle eines Glycinmangels sind Collagene die ersten, die sich zersetzen. Das Glycin kann auf unterschiedliche Weise hergestellt werden, auch aus der Aminogruppe des Serins. Neben Glycin werden auch Vorprodukte für die Herstellung von Tymin, einem Bestandteil unseres Erbguts (DNA), hergestellt. Glycin ist unmittelbar an der Purinbildung und damit an den Grundlagen unseres Erbguts beteiligt.

Glycin hat auch eine große Bedeutung bei der Herstellung von Eisen, dem Eisen enthaltenden Färbemittel der Blutzellen, das Sauerstoff bindet (siehe auch: Hämoglobinspiegel im Blut). Aus Glycin wird auch das Kreatin der organischen Säuren hergestellt. Auch Glycin ist an der Gallensäuresynthese zur Fettverwertung beteiligt. 2. Verschiedene Studien haben ergeben, dass durch Alkoholmißbrauch hervorgerufene Leberschädigungen auch durch Glycin gelindert werden können.

Glycin fungiert im zentralen Nervensystem als Überträger, ein Überträger, der die Information von einer zur nächsten Zellen überträgt. Sie hat eine hemmende Wirkung, d.h. sie blockiert die Tätigkeit der nachgeschalteten Nervenzellen. Glycin beeinflusst hier vor allem die Beweglichkeit und reduziert die Muskulatur. Ein Toxin aus dem Bakterium Clostridium hindert bei der Tetanusbildung die Freisetzung von Glycin in das zentrale Nervensystem.

Strychnin, ein natürlich auftretendes Nux vomica-Gift, das früher als Katzengift eingesetzt wurde, hat eine ähnliche Wirkung. Das Glycin des zentralen Nervensystems, das sowohl im Stammhirn als auch im Rückgrat dominiert, ist jedoch nicht nur von entscheidender Wichtigkeit für die Muskeltätigkeit, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf Erinnerungsvermögen, Schlafen, Sinneseindrücke und Schmerzempfindung.

Auch interessant

Mehr zum Thema