Leinsamen Blausäure

Cyanwasserstoffsäure

Der eigentliche Giftstoff ist Cyanid (Salz der Blausäure), das durch Enzyme hergestellt wird. Körbchenblüten, Leinsamen oder einige Gräser enthalten Cyanwasserstoff. Einige Inhaltsstoffe in Leinöl können die tödliche Blausäure bilden. Der Leinsamen ist eines der gesündesten Nahrungsmittel. Naturbelassene Blausäure in Leinsamen, wie viel kann man pro Tag essen?

Cyanwasserstoff in Nahrungsmitteln

Die Blausäure erscheint immer wieder wie ein Gespenst am Diäthimmel und beunruhigt nicht nur Vollwertkauer. Cyanwasserstoff in Apfelsamen, Cyanwasserstoff in Leinsamen, Cyanwasserstoff in Blattgemüsen.... Ich werde immer wieder gebeten, dies oder jenes nicht zu verzehren, weil darin Blausäure enthalten ist. In der Tat ist Blausäure in einer unglaublichen Menge an Lebensmitteln enthalten.

Allerdings liegen die Größen nur im Bereich von Mikrogrammen. Nun muss man wirklich bedenken, wie viel ein Microgramm ist: 1 Microgramm = 1 Million eines Gramms oder anders ausgedrückt: Blausäure ist ab einer Körpergewichtsmenge von 1 mg/kg für den Menschen gesundheitsschädlich. Bei einem Gewicht von 60 Kilogramm muss eine Frau 60 Milligramm Blausäure pro Tag zu sich nehmen, um eine schädigende Auswirkung zu erzielen.

Wieviel ist eine Menge Blausäure? Leinsaat beispielsweise hat Vorläufer, die sich erst nach der Umsetzung in Blausäure verwandeln. In Wikipedia gibt es eine Menge von 50 Milligramm Blausäure pro 100 Gramm Leinsamen. So müssten 100 Gramm Leinsamen in verhältnismäßig kürzerer Zeit verzehrt werden und man darf nicht mehr als 50 kg schwer sein, damit Blausäure gesundheitsschädlich werden kann, auch wenn andere Parameter wie der pH-Wert der Magensäuren beteiligt sind.

Bei Leinsamen im Brotteig ist dies nicht der Fall, da Blausäure durch Erwärmung unbedenklich gemacht wird. Unbeheizte 1 kg getrocknete Paradeiser beinhalten 16 µg Blausäure. Zahlenmäßig gesehen sehen sie so aus: 1.000 Gramm Tomate enthält 0,0000016 Gramm Blausäure. 1.000.000 gr = 1000 kg enthält 0,0016 gr = 1,6 gr = 1,6 gr Cyanwasserstoff. Um das Ganze hier nicht aus dem Ruder zu laufen, möchte ich nur drei kurze Bemerkungen machen: Der Organismus hat einen Mechanismus, um die kleinen Menge der mit der Ernährung zugeführten Cyanwasserstoffsäure aufzubrechen.

Der Warnhinweis auf Blausäure in Nahrungsmitteln ist ein typischer "Betrug", um auf gewisse Erzeugnisse aufmerksam zu machen, die wir nicht nur im Ernährungsbereich kenn. Jetzt habe ich hoffentlich einige Sorgen über Blausäure ausgeräumt!

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