Leinsamen Cadmium

Cadmium Leinsamen

Kadmium - Portrait eines Schwermetalls. Kerne, Leinsamen, Sesam und Waldpilze. Kadmium in Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkernen. Kadmium (Cd) ist eines der Schwermetalle der Welt. Je mehr Cadmium in den Körper aufgenommen wird, desto mehr wird es aufgenommen.

Kadmium in Nahrungsmitteln - biologisch versus herkömmlich

Kadmium ist eines der toxischsten Elemente in unseren Lebensmitteln. Die Toxizität von Cadmium steht vor der des Quecksilbers, Thalliums und Urans, bezogen auf die Tagesmenge, die eine Person auf Dauer absorbieren darf, ohne einen Folgeschaden zu erleiden. In Christiane Mohrs Blog finden Sie eine schöne und leicht zu verstehende Zusammenfassung über Cadmium und seine Toxizität ich will also nicht ins Detail gehen.

Bei den Verbrauchern sind Nahrungsmittel die wichtigste Quelle für Cadmium, auf die sich - bei weitem - Haushaltsstaub anschließt. 2009 fand die EFSA heraus, dass die Kadmiumaufnahme bei Minderjährigen und erwachsenen Personen bereits weit über den Grenzwerten liegt (siehe EFSA 2009[3] in Tab. 30). Sie sollten also auf jeden Fall weniger Cadmium verbrauchen.

Bei Vegetariern ist die Cadmiumaufnahme höher und sollte besonders darauf geachtet werden, sie zu reduzieren und die Aufnahme von Roheisen, Calcium und Zinks zu verbessern, da ein Fehlen dieser Nährstoffe die Cadmiumaufnahme aus dem Verdauungstrakt vorantreibt. Im APP gibt es auch Hinweise, wie man die Cadmiumbelastung von selbst angebautem Obst und Gemüsen im Gemüsegarten reduzieren kann.

In diesem Beitrag wird untersucht, ob Nahrungsmittel aus kontrolliertem ökologischen Landbau weniger Cadmium als herkömmlich erzeugte Nahrungsmittel haben. Das mag zunächst überraschen, denn Biobauern und konventionelle Bauern erzeugen in der selben Umgebung. Bauern, die kontrollierten ökologischen Landbau praktizieren, dürfen keine mineralischen Düngemittel verwenden - insbesondere Phosphordüngemittel, die jedes Jahr in der herkömmlichen Landwirtschaft verwendet werden, können sehr viel Cadmium beinhalten (pdf des Sachsischen Lebensministeriums).

Kadmium wird in Erden mit niedrigen pH-Werten (saure Böden) beweglich und kann dann von der Pflanze absorbiert werden. Im kontrollierten biologischen Landbau sind in der Regel mehr Bodenhumus vorzufinden. Dadurch werden die pH-Werte erhöht und das Cadmium verbleibt im Untergrund. Bei Bio-Getreide haben Bara?ski et al. (2014)[3] gezeigt, dass es deutlich weniger Cadmium gibt.

Im Zeitraum 2011-2013 wurden vom Staatlichen Lebensmittelinspektorat knapp 26.000 Stichproben auf Cadmium getestet. Bei der verhältnismäßig großen Zahl der Stichproben können nur 9 Nahrungsmittel verglichen werden - bei den meisten Nahrungsmitteln ist die Zahl der Stichproben zu niedrig (Zahl der organischen Stichproben < 25). Ich habe Tofu und Sojagetränke von der Bewertung ausgenommen, da ich davon ausgehen kann, dass viele Bio-Sojabohnen in herkömmlich erklärten Produkten aufbereitet werden.

Die sieben untersuchten Lebensmittel wiesen zum Teil signifikante Abweichungen zwischen ökologisch und herkömmlich auf. Bei organischem Basis- und Dinkelmaterial war der Cadmiumanteil geringer als bei herkömmlich hergestelltem Basis- und Dinkelmaterial. Betrachtet man die Konzentration, so ist festzustellen, dass biologischer Rohroggen und Biokartoffeln 50 Prozent weniger Cadmium enthält. Nachfolgend ist die Cadmiumverteilung in Roggen- und Kartoffelprodukten angegeben (nur die positiven Ergebnisse[Cadmium > 0] sind in diesen Zahlen dargestellt).

Der Kadmiumgehalt betrug bei der Probenhälfte (Median - s. Wikipedia) von Bioroggen und Erdäpfeln unter 8 µg/kg bzw. 7,5 µg/kg, bei herkömmlich hergestelltem Rohroggen und Erdäpfeln 17 µg Cd/kg bzw. 18 µg Cd/kg. Bis auf Dinkel waren die Medianwerte bei allen Bioprodukten niedriger als bei herkömmlichen Waren.

Der durchschnittliche Cadmiumgehalt ist bei allen Bio-Lebensmitteln niedriger[4]. Bedeutsam sind Bioroggen und Biokartoffeln (zweiseitiger, unpaariger t-Test: 0,00006 bzw. 0,000003). weniger mit Cadmium verunreinigt als herkömmlich hergestellter Rohroggen oder Erdäpfel. Nachfolgend ist eine Graphik mit den Standardfehlern zu sehen, die ich aus Skalierungsgründen ausgelassen hatte.

Eine Gegenüberstellung der Cadmiumwerte in ökologischen und konventionellen Nahrungsmitteln belegt teilweise die Resultate von Bara?ski et al. (2014). Der durchschnittliche Cadmiumgehalt ist bei allen sieben Biolebensmitteln geringer, auch wenn die Abweichungen nur bei Roggen und Biokartoffeln sehr groß sind. Der Verzehr beider Nahrungsmittel ist je nach Land unterschiedlich groß, ein Wechsel zu Bioprodukten kann die Kadmiumbelastung des Organismus massiv mindern.

Verzehrt ein 16,15 kg schweres Tier [5] 300 g herkömmliche Kartoffel mit einem durchschnittlichen Kadmiumgehalt von 18 µg/kg, ist die zulässige Tagesdosis an Kadmium nahezu erschöpft (98%). An diesem Tag sollte das Neugeborene also keine anderen cadmiumhaltigen Nahrungsmittel (z.B. Spinat) zu sich nehmen. Verzehrt das selbe Kinde 300 g Biokartoffeln, ist die halbe Menge des toxikologischen Grenzwertes ausgenutzt.

1 ] Ich meine hier die Bestandteile, die in der Nahrung vorkommt. Höhere Antioxidantien- und niedrigere Cadmium-Konzentrationen und weniger Pestizidrückstände in biologisch angebauten Kulturen: eine systematische Literaturrecherche und Metaanalysen.

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