Medikament mit Myrrhe und Weihrauch

Droge mit Myrrhe und Weihrauch

Ägyptischer Papyrus, in dem Weihrauch als Droge beschrieben wird. Wir erinnern uns, dass Weihrauch - zusammen mit Myrrhe und Gold - eines der Geschenke der Heiligen Drei Könige aus dem Orient war. Die königlichen Geschenke bringen den Kranken buchstäblich das Heil: kostbares Gold, Weihrauch und Myrrhe beschleunigen in vielen Fällen die Genesung. Bei den religiösen Kulten der frühen Hochkulturen spielte Myrrhe neben Weihrauch eine wichtige Rolle. Myrrhe ist dem Weihrauch sehr ähnlich, auch in seiner Wirkung.

Räucherstäbchen und Myrrhe als Heilmittel wieder entdeckt

Im Weihnachtsmärchen symbolisiert Räucherstäbchen, Myrrhe und Räucherwerk den materielle Wohlstand der Weise aus drei Erdteilen. Sie galten später auch als wertvolle Gegenmittel. "Jahrhunderts ", ein definitives Pharmakopöe, widmet dem Mittel des Goldes ein großes Stück. Der Mittelaltermediziner Johannes Mayer von der Uni Würzburg.

Ein ausgleichender, reinigender und körperstärkender Effekt wurde dem edlen Metall über viele Jahrzehnte zugeschrieben. Dr. Mayer: Später, im Alchemiezeitalter, war es das gesundheitsfördernde Mittel par excellence und damit ein wahrlich kaiserliches Gegenmittel. In der modernen Heilkunde kommt es auch auf die Wirksamkeit von Blei an. Die Goldmedikamente helfen gegen Gelenkbeschwerden, reduzieren das Wachstum von Gelenkschädigungen und das Entstehen von neuen Krankheitsattacken, berichtete der Geschichtswissenschaftler Mayer.

Dr. Mayer weiss, dass das trockene Räucherharz vom Räucherbaum (Gattung: Boswellia) bereits in der Antike als Mittel diente. In der arabischen Heilkunde des Altertums wurde Weihrauch auch intern gegen Erkältungen oder zur Stärkung des Gedächtnisses eingenommen. Seitdem die moderne Arznei und die synthetische Apotheke ihren Triumphzug angetreten haben, wird Weihrauch immer weniger benutzt. Die Wissenschaft interessiert sich erst seit wenigen Jahren für den möglichen medizinischen Effekt.

Dr. Mayer: Untersuchungen an der Uni Tübingen haben gezeigt, dass Weihrauch die vor allem bei Autoimmunkrankheiten wie Morbus Morbus Crohn, Gelenkrheumatismus, Asthma, Psoriasis oder Multiple-Sklerose auftretenden Substanzen aufhält. Dr. Mayer beschränkt, ob Weihrauch eine echte Cortisonalternative sein könnte, ist aber noch nicht erforscht.

Ein entzündungshemmender Effekt würde jedoch viele der mittelalterlichen Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. Myrrhe, wahrscheinlich das Resin der Commiphora, war in früherer Zeit so wertvoll wie Weihrauch. Dr. Mayer: In der Vergangenheit war es das kostbarste der drei Medikamente. Äußerlich wurde es zur Wundversorgung und gegen Entzündung eingesetzt, inhaliert sollte der Qualm das Hirn kräftigen und intern gegen Verdauungsstörungen und "Verstümmelungen" der Geschlechtsorgane vorgehen.

Davon bleibt in der heutigen Zeit wenig übrig. In einem aktuellen Naturheilkundlichen Leitfaden wird Myrrhe nur zur örtlichen Therapie von leichten Mund- und Rachenschleimhautentzündungen empfohlen. J. G. Mayer: Räucherstäbchen, Myrrhe und Räucherstäbchen.

Mehr zum Thema