Omega 6 Fettsäuren

Fettsäuren Omega 6

Dieser Leitfaden informiert Sie über die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Ernährungsempfehlungen von Omega-6-Fettsäuren. Seit einer Studie von Ramsden et al. über die schützende Wirkung von Linolsäure (LA) auf das menschliche Herz sind Omega-6-Fettsäuren in Verruf geraten. Die ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-6-Fettsäuren gehören, erfüllen viele lebenswichtige Funktionen im Körper. Omega-6-Fettsäuren sind so genannte essentielle Fettsäuren, also Fette, die für den menschlichen Organismus lebenswichtig sind.

Die Linolsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die Linolensäure eine Omega-3-Fettsäure.

Omega-6-Fettsäuren - wichtige, aber auch problematische!

Omega-6-Fettsäuren sind ein wichtiger Nahrungsbestandteil, der vor allem in Distel-, Sonnenblumen- und Sojaölen enthalten ist. Bekannteste Repräsentanten sind Linolensäure und Gammalinolensäure (GLA), nicht zu vergleichen mit Alpha-Linolensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört. Kennzeichnend für alle Omega-6-Fettsäuren ist, dass die erste doppelte Bindung zwischen dem sechsten und siebenten C-Atom auf der entgegengesetzten Seite der Carboxylgruppe (-COOH) ist.

In der alternativen Medizin werden die Fettsäuren Omega-6 speziell gegen z. B. Allergie, Akne und Neurodermitis, aber auch gegen Überaktivität und Fettstoffwechselstörungen eingesetzt. Für uns Menschen ist sie unentbehrlich, weil wir sie nicht selbst produzieren können, aber wir brauchen sie zum Bau aller Zellen. Die Tagesdosis an linolischer Säure beträgt bei ausgewachsenen Tieren etwa zehn g pro Tag.

Wir können aus linolischer Säure GLA oder in einem weiteren Synthese-Schritt die Omega-6-Fettsäure Arachidon produzieren. Man unterscheidet zwischen Prostaglandinen der Reihe 2 (PGE 2) und Leukotrienen. Zum Beispiel aktiviert das Prostaglandin das Abwehrsystem, um fremde Substanzen zu beseitigen. Zugleich geben die prostaglandins Schmerzsignale an das Hirn ab. Auch was für die Abwehr des Immunsystems von Bedeutung ist, kann sich nachteilig auf unseren Organismus auswirken:

Aber auch bei allergischen Erkrankungen und diversen Chronikerkrankungen werden zunehmend von Prostaglandinen freigesetzt, was auch schmerzhafte Nebenwirkungen hervorruft. Unser Organismus bildet nicht nur Arachidon aus der Gammalinolensäure, sondern auch die sogenannten PGE-1-Prostaglandine. PGE 1-Mangel kann Neurodermitis und prämenstruelles Syndrom verursachen (Koshikawa N. et al.: Prostaglandin und prämenstruelles Syndrom; Prostaglandin Leukotessig-Fettsäuren; 1992; 45(1); S. 33-36).

Mangels kann auch durch einen Enzym-Defekt der Delta-6-Desaturase verursacht werden, die an der Prolongation von Fettsäuren mitwirkt. Auch bei Zuckerkrankheit, Multipler Sklerose und Neurodermitis ist ihre Wirkung erheblich beeinträchtigt (Horrobin D. F.: Fettsäurestoffwechsel bei Gesundheit und Krankheit: die Rolle der Delta-6-Desaturase; Am J Clin Nutr; 1993; 57 (5 Suppl.); S. 732S-736S).

Omega-6-Fettsäuren erfüllen zwar in unserem Organismus bedeutende Aufgaben, aber das Mengenverhältnis zu den auch lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren ist sehr bedeutend. Während unsere Urväter ein Anteil von etwa 4:1 (Omega-6-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren) hatten, ist er aufgrund der sitzenden Lebensführung, der zunehmenden Industrie produktion und der damit verbundenen veränderten Essgewohnheiten auf etwa 20:1 gestiegen.

Bei den Inuits dagegen, die sich hauptsächlich von fetten Fischarten und Seehunden in der Arktis nähren, beträgt das Mischungsverhältnis 1:1. Entzündungskrankheiten wie Neurodermitis oder Rheumatismus kommen kaum vor, weshalb ein Bezug zu den einzelnen Fettsäuren gegeben ist (Bang H. O. et Al.: The composition of the Éskimo food in nordwestlichem Grönland; Am J Clin Nutr 1980; 33: S. 2657 - 2661).

Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben für Deutschland seit längerem eine Diät empfohlen, bei der das Verhätnis von 5:1 langfristig nicht übertroffen wird.

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