Phytoöstrogene

Pflanzenöstrogene

Das Phytoöstrogen wird in die drei Gruppen Isoflavone, Lignane und Cumestane unterteilt. Pflanzenöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen Isoflavone und Lignane gehören. mw-headline" id="Entdeckung">Entdeckung[/a> | | | Quellcode editieren]> Phytoöstrogene, auch Phytoöstrogene, sind pflanzliche Sekundärstoffe, darunter isoflavonische Stoffe und lignanhaltige Stoffe. Es sind keine Estrogene im eigentlichen Sinn, sondern nur Strukturähnlichkeiten. Durch diese Gemeinsamkeiten ist es möglich, an Östrogenrezeptoren zu binden und so eine estrogene oder anti-östrogenische Wirksamkeit zu erzielen, d.

h. sie fungieren als endokrine Desruptoren.

Bekannteste Phytoöstrogene sind die Isoflavone Genistein, Daidzein und Coumestrol. Das erste Gewächs, dessen phytoöstrogene Wirkungen weitergegeben wurden, ist die Ferula hist. 1926 ist es den Chemikerinnen Loewe und Spohr zum ersten Mal gelungen, Phytoöstrogen-Östriol in Weidenkätzchen (200 Mauseinheiten (ME) östrogener Aktivität pro Kilogramm Frischmasse) nachzuweisen. Soja und daraus gewonnene Erzeugnisse sind besonders angereichert mit den Vorstufen der im Menschen wirksamen Sojasorten.

Andere Phytoöstrogene sind Leguminosen, Getreidekleien und Zerealien. Die Höhe des Phytoöstrogengehalts eines Nahrungsmittels wird auch von der Vielfalt, dem Reifegrad, dem Klima und dem Erntezeitpunkt der Früchte abhängt. Ein Phytoöstrogen produzierende Pflanzenarten hat den großen Vorzug, dass die Bestände ihrer Raubtiere, z.B. von Schafen und Vögeln, durch die fruchtbarkeitsmindernde Östrogenwirkung in engen Grenzen bleiben.

Das ist jedoch nur ein Nebeneffekt, da es die einzelnen Pflanzen selbst nicht vor dem Raubtier schütz. Auch viele Pflanzenöstrogene sind Mikrobizide: Sie schÃ?tzen die Pflanze vor dem Pilze und Mikroorganismen. Gegenwärtig wird die Gesundheitsbedeutung von Phytoestrogenen heftig erörtert. Einerseits sollen sie sich positiv auf den Gesundheitszustand und die Lebensdauer auswirken, andererseits gibt es auch Anzeichen für eine Beeinträchtigung, wenn die Menge in der Ernährung zu hoch ist.

In den USA ist Säuglingsnahrung auf Sojabasis, die einen großen Phytoöstrogenanteil hat, weit verbreitet, in Deutschland sind solche Zubereitungen jedoch nur auf Verschreibung zu haben. 2 ] Das Bundesministerium für Risikobeurteilung (BfR) empfiehlt jedoch in einer Stellungnahme[3] von der Verwendung isolierter Isoflavone (Phytoöstrogene als Nahrungsergänzungsmittel) unter Berufung auf eine Empfehlung der Ernährungsgesellschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Phytoöstrogene sollen aufgrund ihrer Bindungsfähigkeit an Estrogenrezeptoren und damit ähnlichen Wirkungen wie die körpereigenen Estrogene die Wechseljahresbeschwerden lindern und das Osteoporoserisiko verringern. 4 ][5] Phytoöstrogene sind also mit dem Effekt von Hormonersatztherapien zu vergleichen. Bei Menschen gibt es Anzeichen für eine gesteigerte Häufigkeit von Penishypospadie bei den Kindern vegetarischer Frauen[12], die mit Phytoestrogenen assoziiert ist.

2 ] Gerade im Hinblick auf das Risiko von Allergie muss man sich die Frage stellen, ob Sojabestandteile in der Lage sind, später eine Allergie hervorzurufen oder ob sich die physiologischen Bestandteile in der Muttermilch dagegen absichern. Man geht nun davon aus[13], dass die Gynekomastie, die beim regelmäßigen Bierkonsum auftritt, wenigstens zum Teil auf im Blut befindliche Phytoöstrogene zurueckgeht.

Dies kann mit einer realen Gynekomastie (tatsächlich erweiterte Brustdrüsen) einhergehen, da (vor allem intraabdominales) fettes Gewebe die Möglichkeit hat, aus Androgenen Estrogene zu machen. Die isolierten Isoflavone sind nicht ohne Gefahr.

Mehr zum Thema