Was Bewirkt Kaffee

Ursachen des Kaffees

Inwiefern ist Kaffee wirklich gesund? Also ist Kaffee doch gesund? Coffein gilt allgemein als beliebter Muntermacher und findet sich in vielen Getränken wie Kaffee, Cola, Tee und Kakao. Gibt es gesundheitsschädlichen Kaffee? Die Milch im Kaffee verbessert nicht nur den Geschmack für viele, sie hat auch ihre Vorteile.

Was ist die Wirkung von Kaffee im Organismus?

Für mehr als drei Viertel aller über 18-Jährigen ist eine Kaffeetasse täglich eine selbstverständliche Sache. Ob als Stimulans, Ritual oder einfach nur zum Vergnügen - Kaffee wird aus vielen verschiedenen Motiven konsumiert. Der wirksamste Inhaltsstoff ist Coffein, der aus naturwissenschaftlicher Perspektive am meisten verwendete pharmakologische Wirkstoff. Der Kaffee ist ein besonders stark untersuchtes Lebensmittel: Jedes Jahr werden mehrere hundert neue wissenschaftliche Untersuchungen publiziert.

Er korrigiert das oft schon lange bestehende Bild des Kaffees - zum Beispiel ist er für das menschliche Auge gefährlich oder kann krebserregend sein. In epidemiologischen Untersuchungen, in denen Hunderttausende von Menschen ihre Essgewohnheiten mit der gesundheitlichen Situation vergleichen, wird immer wieder auf eine gesundheitsförderliche Auswirkung von Kaffee hingewiesen - das trifft übrigens auch auf koffeinfreien Kaffee zu.

In der Tat entspricht ein mäßiger und regelmässiger Kaffeekonsum einer gesünderen und ausgewogeneren Ernähren. Kaffee und viele seiner Bestandteile haben eine starke Antioxidationswirkung. Dass nicht nur bestimmtes Obst und Gemüsesorten oder bittere Schokolade eine solche schützende Wirkung haben, sondern auch Kaffee, hat sich erst in jüngster Zeit mehr und mehr eingebürgert.

Der Kaffeegeschmack wird durch die Geschmacksnerven auf der Lasche freigesetzt. Nach dem Kaffeetrinken wird das Coffein innerhalb von 30 min über den Bauch und den Darm aufgenommen und im ganzen Organismus verteil. Ein Kaffee oder Kaffee nach einer Mahlzeit ist übrigens nicht hilfreich, um den Bauch zu leeren, sondern fördert die nachfolgenden Verdauungsprozesse.

Empfindliche Menschen können auf Kaffee mit einer übermäßigen Freisetzung von Chlorwasserstoffsäure im Bauch ansprechen, sie "vertragen" ihn nicht so gut und müssen oft oder ganz darauf verzichten. 2. Im Gegensatz zu Koffein erscheinen viele andere Bestandteile im Kaffee zunächst als Stoffwechselprodukt im Körper und werden über die Blutbahn ausgeschüttet.

Coffein hat eine sehr gute Bioverfügbarkeit: Die höchste Konzentration im Blut wird nach ca. 30 min erzielt. Das Koffein überbrückt die Blut-Hirnschranke nahezu unbehindert, gelangt rasch ins Hirn und hat Auswirkungen auf das ZNS: mit wahrnehmbaren Folgen: Das Koffein ist der Aufbau des körperlichen Botenstoffes der Adenosine sehr nahe. Es beeinflußt die Freisetzung und den Effekt von revitalisierenden Substanzen wie Dopamin oder Noradrenalin, indem es gewisse Empfänger belegt und auslöst.

Coffein fungiert als Anti-Adenosin -Antagonist: Es hebt seine Wirksamkeit, weil es die Rezeptoren des Adenosin belegt, aber nicht auslöst. Allerdings ist Koffein anscheinend eine Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit und der geistigen Leistung bei Müdigkeit. Coffein wird als ein leichtes schmerzstillendes Mittel angesehen und wird in einigen Arzneimitteln als unterstützende Schmerztablette verwendet. Coffein verlangsamt das Schlafen und verkürzt die Dauer des Schlafes, da es auf die verschiedenen Nervenzellen einwirkt.

Menschen, die an Kaffee gewöhnt sind, zeigen eine bestimmte Koffeintoleranz und sprechen weniger an als gelegentliche Kaffeetrinker. Auch das Enzym-System der Lunge, in dem das Coffein gespalten wird, funktioniert aus genetischen Gründen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Menschen, die den Koffeinabbau beschleunigen, schlafen nach dem Kaffee besser als Menschen, die langsamer abbauen.

Kaffee-Bohnen beinhalten die Lipide Kahweol und Cafestol. Sie kleben im Filter und auch in den Kaffee-Pads, weshalb der so zubereitete Kaffee kaum Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat. Allerdings enthält Kaffee ohne Papiersieb Kahweol und Cafestol und damit auch den cholesterinsenkenden Einfluss. Coffein regt die Freisetzung der Belastungshormone Kortisol und Adrenalin an.

Allerdings ist dieser Einfluss nicht besorgniserregend: Die meisten aktuellen Untersuchungen sprechen sich gegen einen Bezug zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Kaffeegenuss aus. Geringfügig und kurzfristig (maximal drei Stunden) und vor allem bei Menschen, die nicht an Kaffee gewohnt sind, ansteigen.

Da Koffein die Wärmeentwicklung in den Körperzellen stimuliert, kann die Temperatur kurzzeitig anwachsen. Es wird immer wieder davon gesprochen, dass Koffein auch die Fettspaltung vorantreibt. Bislang gibt es jedoch keine überzeugenden Untersuchungen, dass Kaffee Ihnen helfen kann, dauerhaft abzunehmen. Der Einfluss von Koffein auf die athletische Leistung wurde zahllos erforscht.

Wahrscheinlich kann Koffein unter gewissen Bedingungen die athletische Leistung anregen. Ein weiterer Bestandteil des Kaffees, Nikotin, soll ebenfalls eine muskelstärkende Funktion haben. Er gelangt beinahe so rasch ins Gehirn wie Koffein und wird für die Atmung der Zellen umgewandelt. Das Koffein hat auch eine gefäßerweiternde Auswirkung auf das Bronchiensystem der Lunge: Die Lungenmuskulatur lockert sich, die Atmung wird erträglicher.

Coffein und ähnliche Stoffe werden oft an Frühgeborene als Atemhilfe eingenommen. Nierenaktivität wird kurzzeitig stimuliert, da Koffein die Filterwirkung der Niere steigert, so dass mehr Harn produziert wird. Allerdings klingt dieser Einfluss rasch ab. Der Kaffee extrahiert also keine Flüssigkeiten aus dem Organismus, wie seit langem vermutet wird (siehe "Der Kaffeekick").

Peristalsis, die Bewegung des Darmes, wird durch Koffein, Säure, Tannine und bittere Stoffe im Kaffee angeregt. Es wird auch angenommen, dass Melanoidin - die vielschichtigen Stoffe, denen der Kaffee seine Färbung zu verdanken hat - eine günstige Auswirkung auf den Verdauungstrakt haben und zur Gesundheit des Verdauungstraktes beizutragen. Aber nicht nur die Kaffee-Antioxidantien, sondern auch die beiden Fette Kahweol und Cafestol haben anscheinend eine schützende Funktion, vor allem in der Leberzelle, die auf den ganzen Körper einwirken soll, da die Haut ja das Zentralorgan der Entgiftung ist.

Das Koffein hat bei gesunder Ernährung eine Halbwertzeit von etwa 2,5 bis 5 Std. Übrigens gehört Harnstoffsäure nicht zu den Zwischen- oder Abschlussprodukten des Koffeinstoffwechsels, weshalb weder Kaffee noch Koffein in Relation zur Krankheit giftig sind.

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