Weihrauch als Medizin

Der Weihrauch als Medizin

Die Bosvera ist sowohl traditionelle als auch moderne Medizin! Es kann aber auch als pflanzliches Heilmittel verwendet werden. Der Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie ist überzeugt. Obwohl Weihrauch weiterhin in der islamischen Medizin verwendet wurde, wurde er nicht in der religiösen Sphäre der Moscheen verwendet. Räucherstäbchen kennen die meisten Menschen aus der Kirche.

Der Weihrauch als Arzneimittel

Es war bereits eines der Geschenke der drei Gelehrten aus dem Orient: neben der Myrre und dem goldenen Räucherwerk trugen sie auch Weihrauch für das neu geborene Kind Jesus. Schon im Altertum war der würzige Geruch von brennendem Weihrauchharz Teil vieler religiöser Feierlichkeiten und ist auch heute noch Teil eines besonderen Festes in der Gemeinde.

Aber Weihrauch kann noch mehr: "Das aus dem Räucherstämmen erhaltene Kunstharz ist entzündungshemmend ", sagt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Lehrstuhl für Pharmakologie und Medizinalchemie ist davon Ã?berzeugt, dass Weihrauch als Medikament zur Behandlung von Erkrankungen wie z. B. Asthma, rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis höchst interessant ist.

Weihrauch-Wirkstoffe sind jedoch bisher nicht in der Apotheke erhältlich. Die pharmakologische Wirkungsweise von Weihrauch ist nur wenig untersucht. "Auch wenn Weihrauchharz zum Beispiel seit Tausenden von Jahren in der Ayurveda-Medizin eingesetzt wird, genügen die bisher gemachten Untersuchungen nicht für die Genehmigung in Deutschland und Europa", sagt Prof. Werz.

In einem gemeinsamen Projekt mit Partner der Universität Saarbrücken und einem Start-up-Unternehmen untersuchten Prof. Werz und sein Forschungsteam den Wirkungsmechanismus von Weihrauch. Die Wissenschaftler konnten aufzeigen, wo die für die Wirkungsweise des Räucherharzes zuständigen Boswelliasäuren überhaupt in den Entzündungsprozess einwirken. Vor allem aber mit einem für die Produktion von E2 zuständigen Enzym", sagt Oliver Werz.

Auch in ihrer jetzigen Arbeit haben die Wissenschaftler von Prof. Werz das Kunstharz von Weihrauch miteinander vergleicht und seine entzündungshemmende Wirksamkeit erforscht. Es gibt mehr als zehn unterschiedliche Räucherstäbchentypen. Der bekannteste und am weitesten verbreitete Weihrauch ist Boswellia serrata, der in Nord- und Mittelindien beheimatet ist. "Doch wie wir jetzt sehen konnten, ist das Resin aus Boswellia Papyrifera zehnmal wirksamer", sagt Prof. Werz ein weiteres Studienergebnis.

Doch nicht nur vom Ergebnis der anstehenden Studie abhängt, ob sich Weihrauch in Zukunft als Medikament etablieren kann. "Die Boswellia-Säuren befinden sich ausschliesslich im Räucherharz des Weihrauchbaums und sind schwierig zu synthetisieren", erklärt Werz. Räucherstäbchen sind jedoch hochgradig gefährdet. "Ohne dauerhaften Naturschutz sind nicht nur Pflanzenspezies vom Artensterben betroffen, sondern auch viel versprechende Wirksubstanzen gehen der Medizin verloren", mahnt Prof. Werz.

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