Weihrauch Kapseln Anwendung

Räucherkapseln Anwendung

drei mal zwei Kapseln eines Weihrauchextraktes nach EU-Qualitätsnormen. Einsatz von Arzneimitteln wie Glukokortikosteroiden. Die Räuchercreme als Ergänzung zur äußerlichen Anwendung leistet ebenfalls gute Dienste. Der Weihrauch wird in der Regel als Pulver in Kapseln verabreicht. Der therapeutische Einsatz von Weihrauch ist Jahrtausende alt.

Weihrauch-Boswellia: Sanfter Effekt wieder entdeckt | Pflanzen-Lexikon

Ist Weihrauch auch bei Crohns Krankheit hilfreich? Früher so wertvoll wie ein Goldstück, wurde Weihrauch vor etwa 20 Jahren wiedergefunden. Es soll bei depressiven Zuständen und vor allem bei entzündlichen Erkrankungen wie z. B. Crohnsche Krankheit behilflich sein. Der Weihrauch wurde vom Menschen schon immer als magische Substanz angesehen: Im antiken Indien soll er angeblich Teufel vertrieben haben, im mittelalterlichen Hexen.

Es gibt kaum ein Religionsritual in der Geschichte, das ohne das Rauchen des Olivenbaums auskommt. Früher waren die Einsatzmöglichkeiten von Weihrauch mannigfach. Im indischen Ayurveda wurden mit Weihrauch die chronischen Arthritis, Bronchitis und schleimigen Durchfall behandelt. Alte Doktoren verwendeten Weihrauch zur Behandlung von Hauterkrankungen und Ausblutungen.

Avicenna, der bekannte Perser des mittelalterlichen Arztes, empfiehlt Weihrauch für eine Reihe von Behandlungen. Sein medizinischer Lehrbuch besagt, dass die Räucherung das Erinnerungsvermögen stärkt. Räucherstäbchen hatten eine Sonderstellung in der Aromatherapie: als sanfte Arznei, die die körpereigenen Heilkräfte stimuliert und die Seele des Menschen mitbestimmt.

Wie Hildegard von Bender betonte, ist es die Mixtur aus vielen Gerüchen und Psychopharmaka, die dem Weihrauch seine Kraft verleiht und den Heilungsprozeß auslöst, wenn er geraucht wird. Da der Olivenbaum so rar wie gewünscht war, wurde er Jahrhunderte lang in Vergoldung gewogen und um die Hälfte der Erde transportiert: 3.500 km von der Küste des Indikators bis zum Mittelmeer entlang der sagenumwobenen Weihrauchstraße.

Heutige Räucherwerkstätten befinden sich in Indien und in den Gebieten Yemen, Oman und Somalia. Anders als andere Balsampflanzen sondert der Weihrauch-Baum sein Resin auch ohne äußere Einflüsse aus: Der Weihrauch-Baum hat eine sehr hohe Festigkeit: Mit einem einzigen Räucherstäbchen werden drei bis zehn Kilo Harze während der Erntezeit eingebracht. Wie bei allen Arzneipflanzen bestimmen aber auch hier Typ, Lage, Raumklima und Erde des Weihrauchbaumes die Zusammenstellung der Heilstoffe.

Räucherstäbchen wurden im Abendland nach dem Hochmittelalter vergessen. Der Tübinger Pharmazeut Prof. Philipp Theodor Ammon holte den Olivenbaum von einer Studienfahrt nach Indien. Seither haben mehrere Untersuchungen auf die antientzündliche, schmerzstillende und schmerzstillende Auswirkung von Boswellia verwiesen.

Während aber die Naturwissenschaften Boswellien im Weihrauch allein untersuchen, verlässt sich die Naturmedizin - wie schon lange Ayurveda - auf die holistische Mischung. Neben der Kosmetik hat die Industrie in den letzten Jahren das Räucherharz entdeckt: In Hautcremes und Zahncremes, Mundwasser und Badezusatzstoffen ist Weihrauch inbegriffen.

In jüngster Zeit wurde die Psychoaktivität von Weihrauch durch die Naturwissenschaften bestätigt: Forschende aus den USA und Israel erkennen durch ihre Untersuchungen an der Maus eine beruhigende Auswirkung von Boswellia. Die Wissenschaftlerin mahnt jedoch vor einer Eigenbehandlung mit Weihrauch, da sowohl der Harzrauch als auch der Tabakrauch die krebserregende Substanz Benzopyren enthält.

Die essentiellen Weihrauchbestandteile sind so hochinteressant, weil sie ein für chronisch-entzündliche Prozesse wichtiges Entzündungsenzym abwehren. In mehreren Untersuchungen wurden klinische Bilder untersucht, die eventuell mit Boswellia behandelt werden können: Hierzu zählen Rheumabeschwerden und Erkrankungen des Darms wie Morbus Crohn und Colitis Ulcera.

Ärzte aus Gießen und Bochum entdeckten gar Anzeichen, dass die aktiven Inhaltsstoffe von Weihrauch bei einigen Hirntumoren ausreichen. Bronchialasthma, Allergie, Arthritis, Alzheimerkrankheit, Multiple Sklerose und Schuppenflechte. Die Effektivität von Boswellia serrata bei diesen Erkrankungen wurde in Patientenstudien nachgewiesen. Allerdings steht - wie bei der Fragestellung der Psychoaktivität von Weihrauch - die systematisch wissenschaftlich fundierte Evidenz noch aus.

In der Tat haben Räucherpräparate in früheren Untersuchungen nur geringfügige Nebeneffekte gezeigt. Dies rechtfertigt die Hoffnungen vieler chronisch Kranker, die Kortison- und Schmerzmittel mit Weihrauchextrakten supplementieren oder zumindest vermindern zu können. Eine chronisch intestinale Entzündung des Morbus Crohn reduziert die Lebensbedingungen der Betroffenen erheblich, da sie häufig mit Magenkrämpfen, Durchfall und einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens einhergeht.

Bei vielen Betroffenen mit Crohn-Krankheit ist man ein ganzes Jahr lang auf eine Behandlung angewiesen. 3. Daher sind für diese Patientinnen und Patienten besonders risikoarme und wenig Nebenwirkungen von Bedeutung. In sechs Bundeskliniken wurde im September 2006 eine Untersuchung über die Auswirkungen von Weihrauch auf den leichten bis mittelschweren Krankheitsverlauf bei der Erkrankung des Menschen begonnen. Große Hoffnung wird auf die Untersuchung gesetzt:

Obwohl in den letzten Jahren viel über Weihrauch als entzündungshemmendes Mittel diskutiert wurde, blieben wissenschaftliche Erkenntnisse und damit die Zulassung von Medikamenten aus. Mit der vorliegenden Untersuchung soll die Situation nun geklärt werden. Räucherstäbchen gibt es in der Schweiz hauptsächlich als Tablettenpräparat - aber nur in der Region Apotheke-Ausserrhoden, da die kantonalen Aufsichtsbehörden das Präparat als Phytopharmaka einstufen.

Räucherstäbchen für die äusserliche Anwendung sind in der ganzen Schweiz ohne Verschreibung erhältlich. In der 2006 unter der Regie von Dr. med. Wolfgang Holtmeier, Chefarzt des Krankenhauses Pforz am Rhein, initiierten Untersuchung haben rund 80 Patientinnen und Patienten drei Kapseln eines nach EU-Qualitätsstandards getesteten Weihrauchextrakts ein Jahr lang eingenommen.

Die Schriftstellerin Gisela Dürselen hat mit Dr. Holtmeier für GN gesprochen. Dr. Wolfgang Holtmeier (WH): Die Untersuchung wurde auf 25 Standorte in ganz Deutschland ausgedehnt, um weitere Einblicke zu erhalten. GN: In der so genannte Mannschaftsstudie unter der Federführung von Dr. Henning Gerhard wurde auch die Auswirkung von Weihrauch auf das Morbus Morbus Crohn erforscht.

Und was ist das Neue an Ihrer Arbeit? W.H.: Die Untersuchung in Mannheim betrachtete die Therapie von akutem Anfall und nicht die Aufrechterhaltung der Remission. Mit anderen Worten, wir prüfen, ob Weihrauch künftige Angriffe verhindert. Wird sich die Hoffnung vieler Patientinnen und Patienten auf ein baldiges anerkanntes Räucherwerk gegen Morbus Crohn erfüllten? W G: Die Hoffnung ist gerechtfertigt, wenn die Untersuchung mit genügend Probanden abgeschlossen werden kann und die klinische Relevanz und statistische Aussagekraft des Präparats nachgewiesen werden kann.

GN: Mehrere Untersuchungen haben sich bereits mit der Wirkung von Weihrauch auseinandersetzt. W.H.: Alle bisherigen Untersuchungen mit diversen Räucherpräparaten haben zu keinem eindeutigen Resultat geführt, das von den Zulassungsbehörden nach internationalen Kriterien hätte anerkannt werden können. Im Jahr 1992 wurde bisher nur ein Antrag auf Zulassung eines indischen Weihrauchpräparats eingereicht, der jedoch wegen Schwermetall- und Cadmiumbelastung zurückgewiesen wurde.

Wir führen unsere Studien nach den geltenden strikten Vorgaben für die Zulassung von Prüfpräparaten (GMP) und klinischen Studien (GCP) durch, so dass ein Antrag auf Zulassung auch dann erfolgreich ist, wenn sich das Prüfpräparat als wirksam erweist. GN: Können Räucherpräparate - zum Beispiel als Nahrungsergänzung - neben der Behandlung und Eigenmedikation auch mitgenommen werden? W AS: Weihrauch ist kein Nahrungszusatz im gesetzlichen Sinn, sondern ein Medikament und kann nur von einem Doktor im Zuge eines einzelnen Heilversuchs verordnet werden.

Nur sehr wenige Patientinnen und Patienten sind sich dessen bewusst. Grundsätzlich ist der Weihrauch als Nahrungsergänzung nicht le-gal. Hier gibt es 16 bis 18 Räucherstäbchen und Bäume mit verschiedenen Niveaus der vermeintlich wirksamen Boswelliasäure. Nach unserem Kenntnisstand sind ihre Zusammensetzungen und andere Zutaten nicht als "Nahrungsergänzungsmittel" bezeichnet.

Mehr zum Thema